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Archive für Oktober 2007
Die Medien und ihre Ausreden …
30.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
… es ist schon amüsant zu lesen, wie sich die Medien, egal ob TV Sender oder Zeitungen, um das Thema Mangel an barrierefreien Wohnraum für behinderte Menschen, winden. Die häufigste Ausrede: das passt nicht in unsere Sendung. Oder momentan haben wir keine Sendezeit dafür, kommen gerne später auf sie zuück.
So lange die Menschen nicht selbst betroffen sind, werden sie auch nichts für behinderte Menschen tun. Wir wollen kein Mitleid, wir wollen Anerkennung und die Möglichkeit, so wie jeder andere Mensch auch , unser Leben zu leben. Und dazu gehört nun einmal, dass wir einen Wohnraum haben, der an unsere Krankheitsbilder angepasst ist. Barrierefrei ist für alle behinderten Menschen (und auch für nicht behinderte Menschen) ein großer Fortschritt. Ich möchte meine Wohnung genauso wie jeder andere selbst betreten (befahren) und verlassen können. Ich will mich drehen und wenden können, will LEBEN. Ist das so schwer zu verstehen.
Muss erst immer etwas passieren, bis man in den Medien davon erfährt? Kann man nicht informieren und auf Probleme aufmerksam machen, um Menschen zu helfen. Klar es geht immer um Einschaltquoten, das bedeutet wohl dann, dass wir erst eine Rolli-Demo in Berlin abhalten müssen vor dem Bundestag, und alles blockieren müssen, bis wir Gehör finden. Dann wird unser Problem sicher auch im Fernsehen gezeigt.
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zum Nachdenken …
26.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Hallo ihr da draussen. Es ist schon zermürbend wenn sich nichts tut. Als behinderter Mensch kommt man sich vor, wie der nicht verwertbare Restmüll der Gesellschaft, denn genauso wird man auch behandelt. Die Rückantworten die man von den Medien, Politikern etc. bekommt, sind einfach ein Hohn. Man wird nur vertröstet, an andere Stellen verwiesen, oder es heisst, das Thema barrierefreier Wohnraum für Behinderte passt nicht in die Sendung, oder sie bekommen so viele Schreiben, alles können sie nicht bringen und so weiter. Aber es verwundert doch, dass über dieses Thema niemand reden oder berichten will. Man drückt sich einfach vor der Verantwortung, die die Gesellschaft gegenüber Behinderten hat. Wir gehören nun einmal zum Erscheinungsbild dazu.
Auch wenn wir keine vom Aussterben bedrohte Art sind, UNSER LEBENSRAUM IST BEDROHT!!!! Wo sind Menschen mit Herz, die für uns Wohnraum schaffen?!? Wer sieht sich hier angesprochen und zum Handeln inspiriert?!?
An manchen Tagen weiss ich gar nicht mehr, wie das alles noch werden soll. Der Zustand in meiner derzeitigen Wohnung wird immer schlimmer, der Laminat wellt sich und knackt und knarrt, so dass ich mit dem Rollstuhl kaum noch fahren kann, der Schimmel hat sich wieder verstärkt, die Wohnungstür bekomme ich selbst gar nicht mehr auf … und das Umsetzen auf die Toilette ohne Haltegriffe, wird immer schlechter. Es muss dringend was geschehen…
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die letzten Tage
17.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Hallo Tagebuch, am Freitag war die Begehung für eine barrierefreie Innenstadt. Dabei waren eine Sehbehinderte, ein Rollifahrer (manuell) vom Behinderten Sportverein, meine Wenigkeit im E-Rollstuhl, der Behindertenbeauftragte Weidens und einige Herren von der Stadt (Tiefbau, Stadtbau etc..) … man lief durch die Strassen Weidens und gebracht hat es aber nichts. So sehe ich das zumindest. Denn wenn kein Geld da ist, um etwas zu ändern, braucht man auch nicht darüber reden. Auf die Behinderten wird nicht eingegangen, die Schuld wird auf Rollstuhlhersteller und Sanitätshäuser geschoben, die die Rollstühle mit zu kleinen Rädern ausrüsten, so dass sie in den Spalten des Kopfsteinpflastern hängen bleiben und so weiter ….
Von einigen TV & Zeitungs Redaktionen kamen Absagen, wie nicht anders zu erwarten war, denn über das Thema Wohnungsmangel barrierefreier Wohnungen will niemand schreiben oder reden. Passt nicht in ihre Sendung, sie bekommen ja so viele Zuschriften und und und. Alles dummes Geschwätz, ich sollte mich vielleicht mal nackt in den Rollstuhl setzen und durch die Stadt fahren oder mich im Rollstuhl anzünden, dann sind die Medien bestimmt schnell zur Stelle. Es wird über soviel berichtet, was eigentlich belanglos ist, aber die wahren Probleme der Menschen bleiben auf der Strecke. Ich kann ja ein Video ins Netz stellen und rumheulen, so wie der Britney Spears Fan … vielleicht hilft das weiter?!
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Brief aus dem Büro der Familienministerin
11.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
In der Tageszeitung gestern war wieder nichts an Wohnungsangeboten …
In der Stadt war ein Plakat einer Regensburger Firma “ Sanierung eines Hauses” in der Weidener Innenstadt in dem Senioren und Rollstuhlgerechte Wohnungen entstehen sollen. Ich habe dort sogleich angerufen, aber die Wohnungen werden nur verkauft, nicht vermietet. Es ist schon zermürbend …
Aus dem Büro von Ursula von der Leyen (CDU) Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend habe ich einen Brief erhalten, die mein Anliegen an das Ministerium für Bau, Verkehr … weitergegeben haben ….
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Rückantwort aus dem Büro der Behindertenbeauftragten Bayerns
9.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Hallo Leute, heute habe ich per Email eine Rückantwort aus dem Büro der Behindertenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung. Die Antwort habe ich unten angehängt. Also mal ehrlich, die Wohnungsnot der Behinderten ist nicht nur in Weiden, sondern bundesweit, ich möchte nicht wissen, wieviele behinderte Mitmenschen in München keinen barrierefreien Wohnraum haben und auf der Suche danach sind. Aber es ist immer dasselbe, nur rumreden, aber nichts machen. Das ist keine Lösung, es hilft keinem weiter, wenn man die bestehenden Probleme, nur an andere Stellen weiterschiebt.
Sehr geehrter Herr Barth,
vielen Dank für Ihre Mail an die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung vom 30.09.2007. Wie bereits telefonisch besprochen, können wir Ihnen in Ihrer konkreten Situation zu unserem Bedauern leider nicht helfen. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden bemüht sich nach Kräften Ihnen bei Ihrem konkreten Wohnproblem behilflich zu sein. Dieser hat in einem Telefonat, ebenso wie Sie auch, die akute Knappheit an barrierefreien Wohnraum in Ihrer Region thematisiert.Wir werden die Situation weiterhin mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.Mit freundlichen Grüßenxxx
Geschäftstelle der Behindertenbeauftragten
der Bayerischen Staatsregierung
Winzererstraße 9
80797 München
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keine Veränderungen
7.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
leider hat sich bisher nichts ergeben, am Samstag standen wieder keine passenden Wohnungen in der Zeitung ….
… das Wohnklima in der Wohnung wird jetzt in der nasskalten Jahreszeit immer unerträglicher … die hohe Luftfeuchte, der Laminatboden schlägt wieder Wellen, der Schimmel kommt wieder und man fühlt sich einfach krank … das atmen fällt schwerer und man hat immer einen Kloss im Hals … die Wohnungstür ging die letzten Tage fast gar nicht mehr auf, nur mit größter Kraftanstrengung läßt sich die Türe öffnen oder schließen … wir hatten gehofft nicht noch einen Winter in dieser Wohnung verbringen zu müssen
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Email aus dem Kanzleramt
5.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Auf meine Anfrage an die Bundeskanzlerin Frau Merkel (die auf Afrika Reise ist) bekam ich heute aus dem Kanzleramt eine Rückantwort, mich an die Behindertenbeauftragte des Bundes Frau Karin Evers-Meyer zu wenden.
… Das ist genau das was ich immer sage, man wird entweder nur abgewimmelt oder wird weitergeleitet. Das Kanzleramt verweist an die Behindertenbeauftragte des Bundes, die verweist dann wieder an die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, und die verweisen an den Behindertenbeauftragten von Weiden, der selbst eine barrierefrei Wohnung sucht….
wo leben wir eigentlich. Findet man es wirklich nicht für nötig, sich diesem Problem der Wohnungsnot der behinderten Menschen in Deutschland zu stellen und etwas zu unternehmen? Angeblich ist das Problem überall bekannt, aber keiner will etwas unternehmen.
Es muss doch möglich sein, eine bundeseinheitliche Regelung zu schaffen, die Bauherrn, Städte und Gemeinden verpflichtet barrierefrei zu bauen. In jedem Mehrfamilienhaus, kann man die EG-Wohnungen barrierefrei bauen, und in Häusern mit Aufzug, kann man das ganze Haus barrierefrei bauen, es gibt ja schließlich Zuschüsse für den Bau oder Umbau. Bedarf ist genügend da, aber keiner will etwas tun.
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Behinderte Menschen sind Randerscheinungen
4.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Heute bekam ich einen Anruf aus dem Büro der Behindertenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung. Ergebnis: Problem der Wohnungsnot für Behinderte ist bekannt, getan wird aber nichts. Sprich keine Hilfe vom Freistaat …. aber ich werde nicht aufgeben!!
Behinderte Menschen sind Randerscheinungen in unserer Gesellschaft und die Belange und Bedürfnisse der Behinderten Menschen interessiert nicht. HALLO AUFWACHEN !!!! Es kann jeden von heute auf morgen treffen, was machst du, wenn du morgen früh aufwachst und gelähmt bist, oder dir eines der Gliedmaßen fehlt. Was ist wenn man bei dir morgen MS diagnostiziert wird, oder du nicht mehr sehen oder hören kannst. Was wenn dein Kind behindert zur Welt kommt …. Wir gehören dazu, zur Gesellschaft, und daher sollte es selbstverständlich sein, dass unser Leben genauso frei von Barrieren ist, wie das der “normalen” Menschen.
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Reaktionen zum Thema “Pflegeversicherung”
4.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
seit ein paar Tagen gebe ich zu diesem Thema im Forum des VDK meine Meinung ab, hier der bisherige Verlauf, gerne könnt ihr euren Kommentar auch abgeben:
Mike Christman 27.06.2007 “Neue Pflegegeld: Witz!”• Das Pflegegeld wird bis 2012 wie folgt angehoben:
Pflegestufe bisher.€….2008….2010…..2012
Stufe I…..205………210…..225……235
Stufe II….410………420…..430……440
Stufe III…665………675…..685……7005€ bzw. €7.50 erhöhung jedes Jahr für Plegestufe II und III! 2.50€ bzw. 5€ für Stufe I. Unglaublich!
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wieder kein Glück
3.10.2007 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Die Wohnung, die der Behindertenbeauftragte von Weiden, an mich vermitteln wollte, war aufgrund der Größe nicht geeignet, denn 60m² für 3 erwachsene Personen ist definitiv zu klein … wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein. Ich habe aber dem Behindertenbeauftragten mitgeteilt, er solle die Wohnung an einen anderen Behinderten weiterleiten, der dringend einen Wohnraum sucht. Denn bei ca. 150 Wohnungssuchenden Behinderten ist bestimmt einer dabei, dem die Wohnung weiterhilft.
Weiterhin habe ich an verschiedene Stellen Emails versand, um auf die Wohnungsnot von behinderten Menschen in Deutschland aufmerksam zu machen u.a. an Parteivorsitzende, unsere Bundeskanzlerin, den Bundespräsidenten, die Behindertenbeauftragte des Bundes und die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung. Desweiteren werde ich in den nächsten Tagen, Leserbreife für Zeitungen verfassen und mich auch an die Medien wenden. In meinem Blog, werde ich immer den aktuellen Stand der Dinge veröffentlichen.
Eine erste Rückmeldung auf meine Emails habe ich schon erhalten, von einer der beiden großen Regierungsparteien. Natürlich kam die Antwort von einem Stellvertreter, mit der Frage ob ich mein Schreiben auch ernst gemeint habe, und mit dem Vorschlag mich an die für mich zuständigen Behindertenbeauftragten zu wenden. Die passende Antwort habe ich zurückgeschrieben.
Dann sehen wir mal, was sich ergeben wird …..
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