Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Barrierefrei im Alltag Blog für Februar, 2008.

Calendar
Februar 2008
M D M D F S S
« Jan   Mrz »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
2526272829  

Archive für Februar 2008

Mehr als ein Rolliplatz in Stadtlinienbussen….

heute war in den Kobinet Nachrichten ein Bericht  über mehr Rolliplätze in Stadtlinienbussen

Es ist sehr löblich, dass man endlich mal daran denkt, dass auch Menschen im Rollstuhl die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen möchten. Aber leider gibt es noch viele Städte, in denen fast gar keine Busse fahren, die Rollstuhlfahrer transportieren können. Oder sie werden täglich auf unterschiedlichen Linien eingesetzt, so dass man gar nicht weiss, wann ein geeigneter Bus fährt. Dieses Problem ist hier in Weiden auch, ich habe gar nicht die Möglichkeit mit dem Rollstuhl den Bus als Verkehrsmittel hier zu nutzen. Viele Haltestellen sind nicht barrierefrei, so dass man mit einem Rollstuhl weder aus, noch einsteigen kann. Und ist die Haltestelle benutzbar, dann fährt kein Bus, der Rollstuhlfahrer befördern kann.

Aufgrund meiner Behinderung habe ich, wie viele andere auch eine Wertmarke vom Staate Bayern, mit der ich das öffentliche Verkehrsmittel BUS kostenlos benutzen kann. Aber was nützt mir diese Wertmarke, wenn ich erst gar keine Möglichkeit habe, mit dem Rollstuhl den Bus zu benutzen. Die Busunternehmen, sehen sich nicht veranlasst zu investieren, da wahrscheinlich zu wenig Rollstuhlfahrer da sind. Und eine definitive Auskunft, wann, wo ein Bus fährt, in dem man als Rollifahrer mitfahren kann bekommt man ebenfalls nicht. “Da müssen Sie halt warten, bis einer kommt” war die Antwort, danke für die Hilfe kann ich da nur sagen.

Das Problem ist, dass sich die Verantwortlichen nicht zum handeln aufgefordert sehen. Sie selbst sind nicht betroffen, sie steigen in den Bus oder ins Auto, ohne sich Gedanken zu machen, wie Menschen im Rollstuhl zurecht kommen. Dabei erhalten die Busunternehmen eine finanzielle Zuwendung für die Beförderung von Rollstuhlfahrern und behinderten Menschen, die diese bereits genannte Wertmarke besitzen.

In Grossstädten mag das anders sein, aber in kleineren Städten oder gar auf dem Lande, da ist der Bus für Rollifahrer meist nicht nutzbar. Man müßte in erster Linie anfangen, die Busse dementsprechend auszurüsten, dass jeder Bus, auch Menschen im Rollstuhl befördern kann, dann müssen die Haltestellen barrierefrei gestaltet werden … erst dann ist der BUS ein öffentliches Verkehrsmittel für alle !!!

Besichtigung von “Betreutem Wohnen” mit anschliessender Diskussionsrunde

Am Montag den 18. Februar 2008 traf man sich um 16.30 Uhr im St. Michael Zentrum Weiden, um Wohnungen des “Betreute Wohnens” zu besichtigen. Es waren Kommunalpolitiker der FDP und SPD dabei, der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden Herr Grundler, Herr Gebhardt (Leiter der Diakonie), Herr Daubenmerkl (Leiter des St. Michael Zentrums), Barrierefrei im Alltag, zwei Ehepaare aus dem St. Michael Zentrum und noch einige weitere Gäste. Zunächst wurde eine seniorengerechte Wohnung aus dem letzten Bauabschnitt von Herrn Gebhardt vorgestellt, der eine kurze Einführung gab. Es handelte sich um eine großzügige Wohnung mit 3 Zimmer, Küche, Bad, die für Senioren oder auch behinderte Menschen (keine Rollstuhlfahrer - da nicht barrierefrei nach DIN Norm Teil 1)  geeignet ist. Danach wurde eine von einem Ehepaar bewohnte Wohnung besichtigt, um den direkten Vergleich zu haben. Zurück im St. Michael Zentrum wurde noch ein Abstecher in die Kapelle gemacht, in der man kurz innehielt. Um die Besichtigung abzurunden, wurde noch ein bewohntes Zimmer gezeigt, Herr Gebhardt verwies hier darauf, dass nicht nach Bayrischer Norm gebaut wurde, die ca. 27 qm zugestandt, sonder die Zimmer im St. Michael Zentrum sind ca. 37 qm groß mit Einbauschrank, Bett, Tisch, Stuhl, Bad, Notruftelefon und nicht zu vergessen mit Internetanschluss ausgestattet. Um die Eindrücke und entstandene Fragen zu verarbeiten, setzte man sich anschließend an die Besichtigungstour, im 3. Obergeschoss im Bayrischen Aufenthaltsraum zusammen, bei belegten Brötchen, Mineralwasser, Kaffee und Kuchen. Herr Gebhardt eröffnete, die Runde durch eine kurze Begrüßung, und anschliessend wurde die Form des “Betreuten Wohnens” diskutiert. Es ging darum, warum sich ältere Menschen schwer tun, diese Form des Wohnens anzunehmen und in entsprechende Wohnzentren zu ziehen, die Wohnen mit und ohne Betreuung anbieten. Hierzu äußerten sich auch die beiden Ehepaare aus dem St. Michael Zentrum, und gaben ihre Eindrücke und Beweggründe ins Betreute Wohnen zu ziehen weiter. Es wurde über die Finanzierung dieses Projektes gesprochen, über die Kosten des Betreuten Wohnens und über die Aktivitäten, die geboten werden oder noch kommen sollen. Auch dass man meist nur negative Presse zu lesen bekommt, über Senioren und Pflegeheime, aber Positives nie hervorgehoben wird, was zeigt, dass hier ein großer Nachholbedarf besteht. Zu guter letzt wurden noch zwei Therapieräume im Untergeschoss, sowie die hauseigene Küche gezeigt. Mit dem Hinweis von Herrn Gebhardt, dass interessierte Personen sich jederzeit an Frau Richter im St. Michael Zentrum wenden können, schloss der Abend.

 Fazit: Es gibt immer Pro und Contra für Betreutes Wohnen, je nachdem von welchen Standpunkt aus die Argumente kommen. Vermisst habe ich bei dem Ganzen die Integration der behinderten Menschen, denn die Wohnungen sind zwar seniorengerecht und behindertenfreundlich ausgerichtet, aber die Nutzbarkeit für Rollstuhlfahrer bleibt auf der Strecke. Hier ist einfach noch großer Nachholbedarf. Wenn Wohn-Pflege-Therapie Zentren entstehen, sollte auch die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer berücksichtigt werden. Auch sollte man darauf achten, dass dieses Zentren nicht zu Ghettos für alte Mensche werden, sondern dass eine Generationsübergreifende Wohnform geschaffen wird, wo sich jung und alt ergänzen.

 Michaela Barth

noch kein barrierefreier Wohnraum in Sicht

auch wenn wieder einige Zeit vergangen ist, eine Änderung hat sich in Sachen barrierefreien Wohnraum noch nicht ergeben. Vor einigen Tagen hat mich ein Mann angesprochen, dessen Frau im Rollstuhl sitzt, und der dringend eine großzügige rollstuhlgerechte und barrierefreie Wohnung sucht. Ich habe den Mann an unserem Oberbürgermeister verwiesen, sowie an den Behindertenbeauftragten Herrn Grundler und an den Leiter des St. Michael Zentrums verwiesen. Aber soweit ich weiss, ist keine barrierefreie Wohnung vorhanden, vielleicht findet sich jemand, der einen solchen Wohnraum zur Verfügung stellt.

kein Verständnis ???? !!!!

…. wieder einmal musste ich erleben was es heisst aufgrund meiner Behinderung benachteiligt zu werden. Seit einigen Monaten bin ich wieder Mitglied einer Partei, nachdem ich vor Jahren ausgetreten bin, da man meine Situation als behinderter Mensch nicht berücksichtigt hat. Ich habe einen neuen Anfang gewagt und es hat ja jeder eine zweite Chance verdient, in der Hoffnung es hätte sich in den vergangenen Jahren etwas geändert. Aber als erstes musste ich wieder mal erfahren, dass es noch immer keine barrierefreien Versammlungsorte bei den Parteien gibt. Die Lokalitäten sind alle nicht rollstuhlgerecht, bzw. man kommt aufgrund der Stufen erst gar nicht hinein. Ich habe dieses Problem bereits an den zuständigen Vorstand getragen (schon im letzten Jahr). Einen barrierefreien Ort habe ich ebenfalls vorgeschlagen, an dem sich alle treffen könnten, denn ich will nicht nur zahlendes Mitglied sein, sondern auch aktiv mitreden, denn ich bin zwar körperlich behindert, aber im Kopf fehlt mir nichts. Da sich immer noch nichts getan hat, habe ich gestern erneut den Vorstand angeschrieben. Über die Antwort habe ich mich doch sehr gewundert. Es wird auf die Homepage verwiesen mit dem Hinweis, dass die Termine für 2008 schon mit dem Wirt abgesprochen sind. Auf der nächsten Vorstandssitzung wolle man aber darüber reden. DANKE!! Ich kann ja nicht mitreden, muss draussen bleiben, weil ich aufgrund meiner Behinderung ausgeschlossen bin. So habe ich mir das eigentlich nicht vorgestellt und das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen. Denn diese Antwort ist nicht befriedigen, denn ist bekannt dass ich im Rollstuhl sitze, und das Problem habe ich ja schließlich schon im letzten Jahr vorgebracht, also hätte man ja die Termine für dieses Jahr in eine barrierefreie Gaststätte legen können.

Aber solange die Menschen nicht selbst betroffen sind, können oder wollen sie die Probleme nicht verstehen und die Barrieren nicht sehen. Viele würden anders denken, wenn sie in der Situation wären und überall ausgeschlossen sind aufgrund ihrer Behinderung.

Der Begriff barrierefrei ….

in letzter Zeit, wird das Wort barrierefrei, viel benutzt und zitiert. Aber nicht alles was als barrierefrei bezeichnet wird, ist auch wirklich barrierefrei, denn dieser Begriff ist an DIN Normen geknüpft, die eingehalten werden müssen, damit auch eine wirkliche Barrierefreiheit gegeben ist. Alles andere ist entweder als behinderten- oder rollstuhlfreundlich bzw. seniorenfreundlich zu bezeichnen. Viele die das Wort barrierefrei benutzen, wissen gar nicht, was gemeint ist.

Barrierefreiheit ist umfassend und weitreichend. Eine Wohnung ist nur dann wirklich barrierefrei, wenn die betroffende Person, auch die ganze Wohnung selbstständig nutzen und benutzen kann. Das fängt beim Hauseingang an, geht über elektronische Tür und Fensteröffner, hin zu den entsprechenden Sanitäreinrichtungen, Lichtschaltern, Steckdosen usw… Es müssen viele Dinge berücksichtigt werden … daher sollte man damit vorsichtig sein, eine Wohnung als barrierefrei zu bezeichnen.

Für eine betroffene Person im Rollstuhl ist es sehr wohl ein Unterschied, ob eine Wohnung behinderten- oder rollstuhlfreundlich ist oder ob sie barrierefrei ist.

puhhh … es sieht schon wieder wohnlich aus

ein großer Teil ist schon geschafft, so ein Umzug streßt ganz schön, noch zumal wenn man im Rollstuhl sitzt. Bis wieder alles an seinem Platz ist dauert, aber so grob haben wir uns schon eingerichtet und eingelebt in unserem neuen Zuhause im St. Michael Zentrum Weiden. Jetzt habe ich auch wieder Zeit im Internet und an den Seiten zu arbeiten.

 Am 31.01.08 war Hausfasching im St. Michael Zentrum, ich habe einige Fotos gemacht, die ich in den nächsten Tagen auf die Seiten des St. Michael Zentrum Journals setzen werde.

Wie mir Herr Daubenmerkl mitgeteilt hat, sind die Wohnungen die es käuflich zu erwerben gab, alle weg, es sind aber noch einige Mietwohnungen vorhanden, die auf neue Bewohner warten.

Nochmals Danke an alle die uns geholfen haben !!!

|