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Archive für April 2008
Protest erfolgreich: DAK will Rollstuhl-Urteil anerkennen.
27.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Berlin (kobinet) Nach einem erstinstanzlichen Urteil des Sozialgerichts Berlin steht Christian Huge aus Berlin ein Rollstuhl in der 12 km/h-Version zu, zumal er für die Zusatzkosten gegenüber dem Standardmodell selbst aufzukommen bereit ist. Dieses Urteil wurde zunächst durch Berufung durch die DAK angefochten. Dagegen hatte die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Silvia Schmidt, protestiert (kobinet 16.04.2008).
“Es scheint so, als wäre das ‘Unternehmen Leben’ - die Krankenkasse DAK - auf den richtigen Kurs eingeschwenkt”, teilte die SPD-Sprecherin gestern mit. Nach einem monatelang andauernden Streit und einer erstinstanzlichen Entscheidung zugunsten des Klägers habe die DAK nun gegenüber dem Kläger angekündigt, die Berufung zurückzuziehen.
Dazu die Bundestagsabgeordnete: “Diese Entscheidung der DAK kann man nur begrüßen und sie stärkt bei mir und vielen Betroffenen die Überzeugung, dass es sich lohnt, für Teilhabe und Selbstbestimmung einzutreten. Ich bin nun gespannt auf das Schreiben des Gerichts, mit dem diese Willensbekundung der DAK erst Wirklichkeit wird. Dann wird dies auch zu einem Erfolg für beide Seiten!” hjr
… Manchmal nützt es doch, wenn man sich nicht einschüchtern lässt. Dieses Beispiel hat gezeigt, dass auch Krankenkassen manchmal erkennen, dass man auf die behinderten Menschen zugehen muss. Ich freue mich für den Betroffenen, und hoffe dass in Zukunft, anderen Betroffene ebenfalls mit der Zustimmung der Krankenkassen, bei Elektrorollstühlen ab 10 kmh rechnen können.
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Krankenkasse muss Rollstuhlbefestigung in Kfz zahlen!
27.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Wieder einmal hat das Gericht für die behinderten Menschen geurteilt:
Mainz (kobinet) Nach einem Urteil des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz haben Behinderte, die in einem Kraftfahrzeug nur in einem Rollstuhl sitzend transportiert werden können und zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Schulpflicht auf einen solchen Transport angewiesen sind, gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf Gewährung eines so genannten Kraftknotens als Zubehör zu ihrem Rollstuhl.
Bei dem Kraftknoten werden am Rollstuhlrahmen Schlosszungen verschraubt, die eine Befestigung der Gurte des im Fahrzeug angebrachten Rollstuhlrückhaltesystems ermöglichen. Damit kann der Rollstuhl wesentlich sicherer als mit herkömmlichen Rückhaltesystemen transportiert werden.
Der Rollstuhlfahrer war nach dem Landesschulgesetz sonderschulpflichtig und besuchte eine Sonderschule. Da er eine spezielle Sitzschale brauchte, konnte er in einem Fahrzeug nur im Rollstuhl sitzend transportiert werden. Die Krankenkasse lehnte seinen Antrag auf Versorgung mit einem Kraftknoten ab, weil dieser nicht in die Zuständigkeit der Krankenkasse falle und im Übrigen der Fahrzeuginhaber für einen sicheren Transport zu sorgen habe.
Das Landessozialgericht hat die Entscheidung des Sozialgerichts bestätigt, wonach der Kläger Anspruch auf Ausstattung seines Rollstuhls mit dem Kraftknoten hat. Begründung: Soweit der Behinderte zur Erfüllung der Schulpflicht auf einen Transport in einem Kraftfahrzeug angewiesen sei und nur im Rollstuhl sitzend transportiert werden könne, zähle der Transport in einem Kraftfahrzeug auch zu den Grundbedürfnissen des täglichen Lebens, für deren Erfüllung die Krankenkasse zuständig sei. Der Sicherheitsvorteil durch den Kraftknoten sei so erheblich, dass der Behinderte nicht auf andere Rückhaltesysteme verwiesen werden könne. Für die am Rollstuhl des Behinderten zu montierenden Teile des Rückhaltesystems sei auch nicht der Fahrzeuginhaber verantwortlich (Urteil vom 21.02.2008 - L 5 KR 129/07). hjr
Kommentar: Leider muss man meist erst vor Gericht ziehen und sein Recht einklagen. Gerade behinderte Menschen sind der Willkür der Krankenkassen ausgesetzt und müssen oft jahrelang prozessieren, bis das Ziel erreicht ist. Das positive daran ist, wenn das Gericht einmal für uns behinderte Menschen geurteilt hat, dann haben es die anderen leichter, da sie sich auf dieses Urteil berufen können. Es ist aber schon schlimm genug, dass die Krankenkassen, nicht von sich aus so einsichtig sind, und „helfen“ anstatt Steine in den Weg zu legen. Die Krankenkassen (und alle anderen) sollten sich mal eins zu Herzen nehmen: wir haben es uns nicht ausgesucht behindert zu sein, keiner hat hier geschrieen, und wollte unbedingt eine Behinderung abbekommen. Wir wären froh, wenn wir, so wie alle anderen Menschen „normal“ sein könnten!!
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Streit um Rollstuhl
23.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Berlin (kobinet) Wie die Bundestagsabgeordnete und Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Silvia Schmidt heute mitteilt, verweigert die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) dem Rollstuhlnutzer Christian Huge einen 12-km-Rollstuhl, obwohl dieser die Kaufpreis-Differenz zur 6-km-Version aus eigenen Mitteln aufzahlen will.
Dabei gibt es bereits ein Urteil des Sozialgerichts Berlin, das dem Begehren von Huge beipflichtet. Die DAK akzeptiert diese Entscheidung nicht und hat Berufung angekündigt.
Hierzu Silvia Schmidt: “Ich bedaure außerordentlich, dass die DAK dem Urteil offenbar keine Beachtung schenkt und alle Rechtsmittel ausschöpfen will. Wohlwissend, dass es Herrn Huge nicht um unangemessene Wünsche geht und er dieses Hilfsmittel für eine selbstständige Lebensführung und die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit benötigt, will man den Prozess in die Länge ziehen. Ich fordere die DAK daher auf, die Berufung zurück zu ziehen und das Urteil des Sozialgerichts anzuerkennen!
‘Unternehmen Leben’ lautet der Leitspruch der DAK. Darunter stellt man sich gemeinhin etwas anderes vor, als das was Herr Huge derzeit erleben muss. Man kann nur hoffen und darf keine Chance ungenutzt lassen, dass die DAK zur Besinnung kommt und diesem Leitspruch Taten folgen lässt, die zur Verwirklichung des Menschenrechts auf Teilhabe und Gleichbehandlung für Menschen mit Behinderung geeignet sind. Damit wäre das ‘Unternehmen Leben’ auf dem richtigen Kurs.”gba
…………… mein Kommentar : da ich selbst Rollstuhlfahrer bin, und auch einen E-Rollstuhl für den Aussenbereich nutze, kenne ich das Problem sehr gut. Ein Rollstuhl mit 6kmh ist gerade für den Wohnbereich tauglich, aber für den Strassenverkehr ist er nur hinderlich. Da man dadurch mehr behindert als nötig. Man braucht schon mind. 10 kmh um im Strassenverkehr sicher zurecht zu kommen. Aber das ganze Problem ist, Rollstühle bis 6 kmh müssen nicht versichert werden, hingegen Rollstühle ab 10 kmh schon, die bekommen wie die Mopeds ein Jahreskennzeichen und diese Versicherung müssen die Krankenkassen zahlen (Urteil ist vorhanden), da die Rollstühle Eigentum der Krankenkassen sind. Und das heisst extra Kosten von 30,- Euro im Jahr, die sie sich anderweitig sparen können. Da rückt das selbstbestimmte Leben der Behinderten in den Hintergrund, denn es geht immer nur um die Kosten. Aber nicht aufgeben … sondern sich wehren !!!! Die Personen, die das bei der Krankenkasse entscheiden, fahren ja auch nicht mit 6 kmh rum, sondern haben ein paar PS mehr unterm Hintern.
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Streit um neue DIN-Norm muss beendet werden.
21.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Düsseldorf (kobinet) Das Gezerre und der Streit um die neue DIN-Norm zum barrierefreien Bauen muss nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Behindertenbeauftragten Angelika Gemkow beendet werden. Verbindliche Mindeststandards für das barrierefreie Bauen müssten geschaffen werden. “Bauherren, Planer, Aufsichtsbehörden und auch Bauausführende brauchen verbindliche Planungsvorgaben, mit denen barrierefreies Bauen auch wirklich realisiert wird. Normen mit Kann-Bestimmungen und Beispiellösungen reichen nicht aus”, erklärte Angelika Gemkow. “Der vorliegende Entwurf der neuen DIN-Norm 18040 zum barrierefreien Bauen bei öffentlich zugänglichen Gebäuden schafft die benötigte Rechtsicherheit. Verbindliche Normen stärken auch die Position der an den Planungen beteiligten Interessenvertreter der Menschen mit Behinderung, die heute noch viel zu oft Einzelkämpfer sind”, betonte Gemkow. Sie forderte die Bundesarchitektenkammer auf, am erreichten Konsens festzuhalten. Auch vonseiten des rheinland-pfälzischen Behindertenbeauftragten, Ottmar Miles-Paul, ging letzte Woche ein Schreiben an die Bundesarchitektenkammer, in dem dieser dafür plädiert, die DIN Norm endlich Wirklichkeit werden zu lassen.
Bereits seit 1997 wird im Deutschen Institut für Normung an einem neuen Normentwurf für das barrierefreie Bauen gearbeitet. Er soll die bisher bestehenden Normen DIN 18024 und DIN 18025 in einer Norm zusammenführen. Nach mehreren gescheiterten Anläufen hat der fachlich zuständige Arbeitsausschuss für barrierefreies Bauen im Januar 2008 nach einjähriger Arbeit einstimmig einen neuen Normentwurf für das barrierefreie Bauen öffentlich zugänglicher Gebäude vorgelegt (DIN 18040, Teil 1). Dieser Entwurf, der verbindliche Mindeststandards vorsieht, wurde nach überraschender Intervention durch die Bundesarchitektenkammer vom Leitungsgremium des Deutschen Instituts für Normung abgelehnt.
“Wir brauchen ein Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren. Das ist ein Gewinn für alle Menschen. Noch viel zu oft erschweren enge Türen, Treppen, Stolperfallen oder fehlende Leitsysteme den Menschen mit und ohne Behinderung die Nutzung öffentlicher Gebäude. Dies ist nicht hinnehmbar. Barrierefreiheit ist eine entscheidende Voraussetzung für die tatsächliche Teilhabe der Menschen am normalen Leben. Trotz guter Gesetze haben wir hier noch erheblichen Nachholbedarf”, stellte Gemkow fest und forderte: “Beim Klimaschutz ziehen alle an einem Strang. Dies müssen wir auch beim Abbau von Barrieren tun. Die neue Norm ist lange überfällig. Ein Scheitern der DIN 18040 nach dem jahrelangen, außerordentlich mühevollen Ringen um den jetzt vorliegenden Kompromiss muss verhindert werden.” moh
….. mein Kommentar dazu: wir brauchen eine einheitliche DIN-Norm für den barrierefreien Bau für ganz Deutschland. In jedem Bundesland müssen die gleichen Vorraussetzungen und Bedingungen herrschen. Es bringt nichts wenn jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, das bringt keinen weiter. Und was am wichtigsten ist, die DIN-Normen müssen auch für den barrierefreien Wohnungsbau gelten. Nicht nur öffentliche Gebäude müssen barrierefrei sein, sondern auch der Wohnraum muss einheitlich barrierefrei gebaut werden, damit die Benachteiligung der behinderten und alten Menschen aufhört. Jedem steht angemessener Wohnraum zu!
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das St. Michael Zentrum ist online
16.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
seit einigen Tagen ist das St. Michael Zentrum der Diakonie online …. unter www.smz-diakonie.de bekommen sie einen Überblick über das Wohn, - Pflege- und Therapiezentrum … machen sie doch einfach einen virtuellen Besuch und sehen sie sich etwas um ….
Geschrieben in St. Michael Zentrum, Rund um Senioren | Keine Kommentare »
die Scheinheiligkeit … oder wer hätte das gedacht?
6.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
heute morgen habe ich auf N24 eine Reportage gesehen über den Einsatz des Ordnungsamtes in einer deutschen Großstadt … unter anderem wurde gezeigt wie zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes eine Gruppe von Menschen darunter auch zwei Rollstuhlfahrer, im Auftrag einer Pfarrerin vom kirchlichen Vorplatz entfernen musste.
Die Menschen die sich dort ansammelten, würden viele als asozial bezeichnen, ich nenne sie eher gescheiterte Existenzen unserer Gesellschaft, sie haben sich dort getroffen, um sich zu unterhalten und selbst ältere Damen, die dort vorbei kamen, haben sich nicht daran gestörrt, da diese Menschen sich dort lediglich aufgehalten haben , ohne jemanden zu belästigen.
Um so unverständlicher ist es , dass gerade die Kirche, sprich die Pfarrerin, hier das Ordnungsamt vorschickt, um Menschen zu vertreiben, um die sich die Kirche eigentlich kümmern sollte. Gerade die Kirche sollte sich der behinderten Menschen annehmen, und auch den Menschen die am Rande unserer Gesellschaft leben.
Ich war entsetzt über diese Handlungsweise und darüber, dass die Pfarrerin, nicht einmal die Courage hatte diesen Menschen selbst gegenüber zutreten. Von wegen lasset die Kinderlein zu mir kommen … schöne Kirche … da sind wohl nur die Kinderlein willkommen … die weder behindert noch arm sind … aber gerade diese Menschen bräuchten die Unterstützung und Fürsorge der Kirche.
Dies ist eine Diskriminierung von Menschen und unter aller Würde. Daran sieht man mal wieder die Scheinheiligkeit unserer Gesellschaft.
Geschrieben in Zum Nachdenken, Barrierefrei im Alltag, Diskriminierung | Keine Kommentare »
alt, krank und allein gelassen - so sieht unsere Zukunft aus
5.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
kennen sie den Spruch: man darf alles werden, nur nicht alt oder krank … genauso ist es …
wir haben Mitleid und kümmern uns um kranke und alte Tiere … aber um unsere Eltern, Großeltern … sprich unsere Senioren kümmern wir uns eher selten, wenn sie alt und krank werden, sind sie für die Gesellschaft eine Belastung, werden als überflüßig und kostenaufwendig bezeichnet. Wir sind gar nicht so weit entfernt von dem Dokufilm “2030 - Aufstand der Alten”. So lange die Eltern und Großeltern, noch zum Aufpassen der Kinder, zum Helfen etc… gebraucht werden können, sind sie recht und willkommen. Schaffen sie es aber nicht mehr, diese Aufgaben zu Erfüllen und benötigen sie selbst Hilfe, dann sind sie ein Last, die es loszuwerden gilt.
Endstation Seniorenheim heisst es dann. Oft haben die Senioren gar kein Mitspracherecht oder werden erst gar nicht nach der Meinung gefragt. Es wird ein Heim ausgesucht, die Eltern werden abgegeben, man wird sich schon um sie kümmern, und mit den Worten, wir kommen dich ja bald besuchen, bleibt der Mensch zurück. Von heute auf morgen kommt er von einer Wohnung in ein 20qm Zimmer. Aus und vorbei die Zeiten, wo man sich noch aussuchen konnte, was man essen wollte, jetzt gibt es Frühstück - Mittag - Abendessen nach Küchenplan, und wenn es einem nicht schmeckt, oder wenn man auf was anderes Appetit hat — Pech gehabt. Aus die Maus.
Die gewohnte Umgebung, Freunde, Bekannte alles ist auf einmal weg … die Besuche werden immer weniger und reduzieren sich meist auf die Feiertage - Weihnachten - Ostern - Pfingsten - Geburtstag …….. wer soll daran nicht zugrunde gehen. Seniorenknast würde für so manches Heim wohl eher der passendere Begriff sein. Die Entscheidungsfreiheit wird den Menschen genommen, und die tägliche Monotonie läßt die Menschen mehr und mehr verkümmern. Die Ansprache fehlt, die Beschäftigung, die Bewegung …. das LEBEN! Wohin mit den Stunden des Tages, die lang und länger werden. Es ist nicht verwunderlich, dass viele Menschen in Heimen früher sterben als wenn sie im Kreise der Familie weiterleben könnten. Die Seele leidet, aber wen interessert das schon.
Wir sollten uns einmal die Frage stellen, ob wir so leben wollen, wenn wir alt sind! Dem Altwerden kann keiner entfliehen (wenn er nicht gerade vorher stirbt) — - Warum sind wir nicht im Stande uns um unsere “Alten” zu kümmern. Jahrelang waren sie für uns da, haben ihre Zeit geopfert, haben uns unterstützt, aber wenn sie unsere Hilfe brauchen, sehen wir weg, schicken sie weg und überlassen sie ihrem Schicksal.
Viele werden sagen, aber im Heim kümmern sie sich doch um die Senioren … wer das sagt, war noch nicht in so einem Heim … und hat nicht gesehen, wie es dort abläuft. Das Personal hat bei der Menge an “Insassen” gar nicht die Zeit, sich intensiv um die einzelenen Personen zu kümmern .. im Schnelldurchgang wird alles erledigt … Tagein - Tagaus sitzen die alten Menschen in ihrem Zimmern und warten. Meist verlassen sie das Zimmer nur zum Essen. Der Umgang mit der Aussenwelt geht verloren, viele resignieren und wollen nach einiger Zeit nicht einmal mehr hinaus zum Spazierengehen. Sie ziehen sich zurück.
Es wäre unsere Aufgabe, unsere Eltern nicht im Stich zu lassen und abzuschieben. Was ist dabei wenn man Einkaufen geht, putzt, Essen kocht … für seine Eltern, so wie sie es für als Kinder getan haben. Ist das denn so schwer. Ich denke wenn wir uns besinnen und darüber nachdenken, werden wir erkennen, dass es auch anders geht. Auch wenn es einfacher ist, die Arbeit und Verantwortung wegzuschieben, sollte am Ende die Menschlichkeit siegen. So wie wir behandelt werden wollen, so sollten wir auch unsere Eltern behandeln. Wenn wir mit Würde unseren Lebensabend genießen wollen, sollten wir dies auch unseren Eltern zugestehen. Und wenn wir dann noch in die Seniorenheime gehen, und die Menschen die dort dahin vegitieren aus ihrer Isolation holen können, uns mit ihnen beschäftigen und ihnen neuen Mut geben, dann haben wir etwas bewirkt.
Gehen sie doch einfach mal in ein Seniorenheim in ihrer Nähe und sehen sie sich um, sprechen sie mit den Menschen, hören sie ihnen zu, sehen sie hin, und handeln sie … sonst könnten in wenigen Jahren sie der oder diejenige sein, der hier sitzt und wartet, auf Menschen die nie kommen werden.
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Kampf gegen Bau eines Tunnels mangels Barrierefreiheit
4.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Vor kurzem erreichte uns diese Nachricht:
“Seit ca. zwei Jahren kämpfe ich hier in Starnberg gegen den Bau eines Tunnels, von dem selbst der damalige Innenminister Beckstein (jetzt Ministerpräsident) feststellte, dass die Fluchtwege nicht behindertengerecht und barrierefrei wegen der Untergrundverhältnisse gebaut werden können. Die Fluchttüren im Tunnel haben sich 300 Meter Abstand bei einer Steigung von 3,5 %, d. h. dass man neben den 300 Metern auch noch eine Höhe von ca. 11 m, also etwa 3 bis 4 Stockwerke bewältigen muss. Der dann noch zu überwindende Bordstein ist 7 cm hoch. In den 3 - 4 Minuten, die für eine Selbstrettung zur Verfügung stehen, ist dies weder für Rollstuhlfahrer, andere Mobilitätsbehinderte, ältere und/oder kranke Menschen, aber auch Frauen mit Kindern nicht machbar. Bei meiner Petition waren sowohl die Bundes- als auch bayerische Behindertenbeauftragte der Ansicht, dass dies in Ordnung sei. Der VdK, dessen Mitglied ich zu diesem Zeitpunkt noch war, erklärte mir auf meine Anfrage der Vertretung bei einer Klage, dass die Gerichte noch nicht im sinne der Behinderten urteilen und lehnte es ab. Von Herrn Hirrlinger und anderen bekam ich nicht einmal Antwort. Dabei stehen für eine Umfahrung Starnbergs zwei Trassen zur Auswahl, die zum größten Teil auf einer Tunnelentlastungsstrecke liegen. Leider sind meine finanziellen Mittel wegen meiner EU-Rente sehr begrenzt, so dass ich mir keinen anwaltlichen Rat leisten kann. Ich würde, schon wegen des Todestunnels, aber auch um generell den BGG´s zum Durchbruch zu verhelfen, Klage einreichen, wenn ich wüßte, in welcher Form und bei welchem Gericht das zu tun wäre. Vielleicht können Sie oder Leser dieser Nachricht mir darüber Auskunft geben. Da jeder von einer Sekunde zur anderen von einer Behinderung betroffen sein kann, verstehe ich das Verhalten der Leute nicht. Für die Möglichkeit, diese Nachricht zu schreiben und mir meinen Frust etwas von der Seele zu sprechen, bedanke ich mich recht herzlich…..Gunar Ehrhardt”
An diesem Beispiel sieht man mal wieder, dass von Seiten der Politiker zwar viel über “Barrierefreiheit” und mehr Rechte für Behinderte Menschen gesprochen wird, aber getan wird nichts. Da machen mitdenkende Menschen die Politiker schon auf Misstände aufmerksam und trotzdem ist man nicht in der Lage so zu handeln, wie man es eigentlich von ein verantwortungsbewußter Menschen erwarten kann. Ich frage mich ernsthaft, ob das sein muss. Muss erst etwas passieren, müssen erst durch ein Unglück hunderte Menschen sterben, damit man begreift, was man hier im Begriff ist falsch zu machen?
Wenn jemand weiss, wie hier zu verfahren ist, wer rechtliche Hilfe leisten kann oder einfach einen Tipp geben kann, Herr Ehrhardt ist sicherlich dankbar.
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Damit Senioren sicher auf den Beinen bleiben
1.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
„Aktiv sein in jedem Alter” lautete die Devise. Wurden Stürze älterer Menschen noch bis vor kurzem als unabwendbares Schicksal betrachtet, gehen Senioreneinrichtungen neue Wege. Sie bauen auf Prävention und bieten ihren Bewohnern Kraft- und Gleichgewichtstraining an.
Als „Pionierarbeit” bezeichnete daher Sabine Daubenmerkl von der AOK in Weiden die Bereitschaft der Heime von Anfang an teilzunehmen. So erklärten sich die Seniorenheime „Am Reiserwinkel” in Floß, St. Sebastian in Grafenwöhr, „Wohnen am Kreuzberg” in Pleystein und St. Michael in Weiden bereit, an dem Projekt Sturzprävention mitzuwirken.
Lebensqualität fördern: Um die Lebensqualität älterer Menschen zu fördern, bietet sich den Bewohnern in diesen Häusern seit 2007 die Möglichkeit, an regelmäßigen Trainingsstunden mit Hanteln und unterschiedlichen Gewichten teilzunehmen. „Es ist leichter, den Schaden zu verhindern, als zu beheben”, freut sich Sabine Daubenmerkl über den großen Erfolg des Präventionsprogramms. Mit zunehmenden Alter werden nicht selten auch Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit bis hin zum Verlust der Selbständigkeit dokumentiert. Wenn ältere Menschen stürzen und einen Bruch erleiden, kann dies oft drastische Folgen haben. Jedoch bestätigen die Heime, dass ein Training der motorischen Fähigkeiten in jedem Alter möglich und wirkungsvoll ist.
Zwischenbilanz: Die Sturzprävention steht bei diesen Seniorenheimen auf mehreren Säulen. Durch die regelmäßige Gymnastik halten sich die Teilnehmer fit und stärken ihre Muskeln. Sie werden beweglicher und können auch ihren Gleichgewichtssinn trainieren. Damit sind sie von vorne herein besser gefeit gegen Stürze. Die Beteiligung ist beachtlich. „Den Leuten gefällt es”, bestätigen die Pflegedienstleiter dies im Gespräch. „Wir können dieses Programm der AOK nur empfehlen.” Natürlich werde auch das Personal entsprechend gefordert hinsichtlich Ausbildung und Einsatz, letztendlich würden jedoch alle profitieren. Den Senioren der jeweiligen Trainingsgruppen wurden von der AOK-Direktion Weiden Zertifikate zur erfolgreichen Teilnahme am Projekt Sturzprävention überreicht. Dies ist verbunden mit dem Wunsch, sich hier weiter zu engagieren. Denn ein gutes Koordinationsvermögen steht auch für Lebensqualität bis ins hohe Alter.
Ausblick: In diesem Sinne haben sich auch für 2008 weitere Seniorenheime bereit erklärt, an dem Projekt teilzunehmen. So starten ab April die Trainingsgruppen auch in den Seniorenheimen Evergreen in Waidhaus, BRK - Seniorenheim in Weiden, Kursana Domizil in Weiden, Eleonore-Sindersberger in Weiden und dem AWO Seniorenheim in Windischeschenbach.
Ein Bericht aus der AOK PLUS Ausgabe 2 / 2008
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