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Archive für 5.4.2008
alt, krank und allein gelassen - so sieht unsere Zukunft aus
5.4.2008 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
kennen sie den Spruch: man darf alles werden, nur nicht alt oder krank … genauso ist es …
wir haben Mitleid und kümmern uns um kranke und alte Tiere … aber um unsere Eltern, Großeltern … sprich unsere Senioren kümmern wir uns eher selten, wenn sie alt und krank werden, sind sie für die Gesellschaft eine Belastung, werden als überflüßig und kostenaufwendig bezeichnet. Wir sind gar nicht so weit entfernt von dem Dokufilm “2030 - Aufstand der Alten”. So lange die Eltern und Großeltern, noch zum Aufpassen der Kinder, zum Helfen etc… gebraucht werden können, sind sie recht und willkommen. Schaffen sie es aber nicht mehr, diese Aufgaben zu Erfüllen und benötigen sie selbst Hilfe, dann sind sie ein Last, die es loszuwerden gilt.
Endstation Seniorenheim heisst es dann. Oft haben die Senioren gar kein Mitspracherecht oder werden erst gar nicht nach der Meinung gefragt. Es wird ein Heim ausgesucht, die Eltern werden abgegeben, man wird sich schon um sie kümmern, und mit den Worten, wir kommen dich ja bald besuchen, bleibt der Mensch zurück. Von heute auf morgen kommt er von einer Wohnung in ein 20qm Zimmer. Aus und vorbei die Zeiten, wo man sich noch aussuchen konnte, was man essen wollte, jetzt gibt es Frühstück - Mittag - Abendessen nach Küchenplan, und wenn es einem nicht schmeckt, oder wenn man auf was anderes Appetit hat — Pech gehabt. Aus die Maus.
Die gewohnte Umgebung, Freunde, Bekannte alles ist auf einmal weg … die Besuche werden immer weniger und reduzieren sich meist auf die Feiertage - Weihnachten - Ostern - Pfingsten - Geburtstag …….. wer soll daran nicht zugrunde gehen. Seniorenknast würde für so manches Heim wohl eher der passendere Begriff sein. Die Entscheidungsfreiheit wird den Menschen genommen, und die tägliche Monotonie läßt die Menschen mehr und mehr verkümmern. Die Ansprache fehlt, die Beschäftigung, die Bewegung …. das LEBEN! Wohin mit den Stunden des Tages, die lang und länger werden. Es ist nicht verwunderlich, dass viele Menschen in Heimen früher sterben als wenn sie im Kreise der Familie weiterleben könnten. Die Seele leidet, aber wen interessert das schon.
Wir sollten uns einmal die Frage stellen, ob wir so leben wollen, wenn wir alt sind! Dem Altwerden kann keiner entfliehen (wenn er nicht gerade vorher stirbt) — - Warum sind wir nicht im Stande uns um unsere “Alten” zu kümmern. Jahrelang waren sie für uns da, haben ihre Zeit geopfert, haben uns unterstützt, aber wenn sie unsere Hilfe brauchen, sehen wir weg, schicken sie weg und überlassen sie ihrem Schicksal.
Viele werden sagen, aber im Heim kümmern sie sich doch um die Senioren … wer das sagt, war noch nicht in so einem Heim … und hat nicht gesehen, wie es dort abläuft. Das Personal hat bei der Menge an “Insassen” gar nicht die Zeit, sich intensiv um die einzelenen Personen zu kümmern .. im Schnelldurchgang wird alles erledigt … Tagein - Tagaus sitzen die alten Menschen in ihrem Zimmern und warten. Meist verlassen sie das Zimmer nur zum Essen. Der Umgang mit der Aussenwelt geht verloren, viele resignieren und wollen nach einiger Zeit nicht einmal mehr hinaus zum Spazierengehen. Sie ziehen sich zurück.
Es wäre unsere Aufgabe, unsere Eltern nicht im Stich zu lassen und abzuschieben. Was ist dabei wenn man Einkaufen geht, putzt, Essen kocht … für seine Eltern, so wie sie es für als Kinder getan haben. Ist das denn so schwer. Ich denke wenn wir uns besinnen und darüber nachdenken, werden wir erkennen, dass es auch anders geht. Auch wenn es einfacher ist, die Arbeit und Verantwortung wegzuschieben, sollte am Ende die Menschlichkeit siegen. So wie wir behandelt werden wollen, so sollten wir auch unsere Eltern behandeln. Wenn wir mit Würde unseren Lebensabend genießen wollen, sollten wir dies auch unseren Eltern zugestehen. Und wenn wir dann noch in die Seniorenheime gehen, und die Menschen die dort dahin vegitieren aus ihrer Isolation holen können, uns mit ihnen beschäftigen und ihnen neuen Mut geben, dann haben wir etwas bewirkt.
Gehen sie doch einfach mal in ein Seniorenheim in ihrer Nähe und sehen sie sich um, sprechen sie mit den Menschen, hören sie ihnen zu, sehen sie hin, und handeln sie … sonst könnten in wenigen Jahren sie der oder diejenige sein, der hier sitzt und wartet, auf Menschen die nie kommen werden.
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