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Wohnformen im Alter - Zuhause – im Betreuten Wohnen – oder im Seniorenheim
Im Maria-Seltmann-Haus in Weiden fand am 22. Juli 2008 von 15.00 bis 16.30 Uhr ein Vortrag zum Thema Wohnformen im Alter statt. Dass dieses Thema viele Menschen brennend interessiert und sie die Frage bewegt, wo und wie man seinen Lebensabend verbringt, zeigte sich durch das zahlreich erschienene Publikum an diesem Nachmittag.
Wenn man älter wird, stellt man sich irgendwann die Frage wohin im Alter? Geht man in ein Senioreheim, nutzt man lieber das Betreute Wohnen oder bevorzugt man das Wohnen zu Hause. In dem Vortrag erhielten die Besucher von den kompetenten Referenten einen detaillierten Überblick über die Wohnformen, die in Weiden und Umgebung angeboten werden.
Als Referenten geladen waren der Leiter des St. Michael-Zentrums Herr Günter Daubenmerkl, vom Kursana Domizil war Frau Caroline Kett anwesend, die Kurzeitpflege der Diakonie Weiden war vertreten durch Frau Dorothee Rösel-Hammer. Das Konzept Betreutes Wohnen Hagemann wurde vom Ehepaar Hagemann vorgestellt und den Abschluss bildete der Vortrag von Frau Monika Hager über AOVE – Wohnen im Alter zu Hause.
Die Organisatorin der Veranstaltung war Alexandra Bock, sie studiert Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Arbeit mit Senioren an der Fachhochschule in Nürnberg. Seit März 2008 macht sie im Maria-Seltmann-Haus ein Praktikum. Für ihr Projekt kontaktierte Frau Bock die Referenten und diese sagten umgehend ihre Hilfe zu, um über das Thema Wohnen im Alter zu informieren.
Den ersten Vortrag hielt Frau Kett und stellte das Kursana (Erholung für den Körper) Domizil vor. Insgesamt gibt es deutschlandweit 96 Einrichtungen und eine davon das St. Josef Haus ist vor Ort in Weiden zu finden. Nach einer kurzen Vorstellung zur Person wurden die Besonderheiten der Kursana Einrichtung hervorgehoben und Informationen zu den Aktivitäten vorgetragen. Das St. Josef hat eine Kapazität von 99 Einzel- und 14 Doppelzimmern und kann bis zu 127 Bewohner aufnehmen. Die „geschlossene“ Demenzstation klang etwas verfremdend, da hier schon vom Wortklang her der Wohlfühlfaktor verloren geht.
Das St. Michael Zentrum der Diakonie Weiden wurde von Herrn Günter Daubenmerkl vorgestellt. Eine ausführliche Präsentation verdeutlichte nach der Vorstellung der eigenen Person, die Wohnformen im Alter, von der Stationären Pflege, über Kurzzeitpflege bis hin zum Betreuten Wohnen, wobei immer der Bezug zum St. Michael-Zentrum gegeben war. Auch hier wurden die Besonderheiten der Einrichtung aufgezeigt und der Leitsatz „So viel Selbstständigkeit wie möglich, soviel Hilfe wie nötig“ kommt besonders im Betreuten Wohnen zu Geltung. Hier stehen in zwei Bauabschnitten insgesamt 69 Wohnungen mit Einbauküchen zur Verfügung und im Zentrum selbst 56 Pflegeappartements, um den Bedürfnissen der Bewohner nachzukommen.
Sowohl im St. Michael-Zentrum als auch im Kursana Domizil werden Vollstationäre Pflege, Kurzzeitpflege und Betreutes Wohnen angeboten. Beide Einrichtungen weisen equivalente Therapie-und Beschäftigungspläne auf und haben viele ähnliche Angebote. Die Atmosphäre und Umsetzung ist aber in jeder der Einrichtungen eigenständig und so sollte man sich durch persönliche Informationsbesuche ein eigenes Bild von jedem der Häuser machen.
Im dritten Vortrag stellte Frau Dorothee Rösel-Hammer die Kurzzeitpflege des Diakonischen Werkes vor. Mit Bildern vom letzten Sommerfest vermittelte sie den Besuchern den familiären Flair ihrer Station. Da im Haus in der Sebastianstraße lediglich Platz für maximal 21 Bewohner ist, kennt hier jeder jeden und auch die Schwestern sind vertraut mit den Senioren, die hier meist zur Kurzzeitpflege untergebracht sind. Die Kurzzeitpflegestation begrenzt durch ihre räumliche Größe, bietet ihren Bewohnern so viel Abwechslung wie möglich und kümmert sich, um die Belange und Dienstleistungen, die benötigt werden. Die Präsentation selbst war zu den beiden vorherigen leider nicht ganz so gelungen.
Im nachfolgenden Beitrag stellten Frau Dr. Gabriele Hagemann und ihr Mann Burkhard Hagemann das Familiär Betreute Wohnen Hagemann in Altenstadt / WN vor. Hier wurde ein großes Wohnhaus genutzt, in dem 44 nicht möbilierte Ein- und Zweizimmerwohnungen zur Verfügung stehen. Hier soll der familiäre Faktor im Vordergrund stehen, aber bei 44 Wohnungen kann man eigentlich nicht mehr von familiär sprechen. Auch die Präsentation war eher ein Durcheinander da hier die Abfolge und der Vortrag nicht stimmig waren.
Eine Alternative sollte das Konzept „Alt werden zu Hause“ der AOVE (Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach) vorgetragen von Monika Hager darstellen. Hier sind im Landkreis Amberg-Sulzbach Senioren befragt worden, was Ihnen in der Region fehle. Die gegründete Arbeitsgemeinschaft machte sich dann Gedanken und es wurden sogenannte Alltagsbegleiter geschaffen, die mit den Senioren im Umland spazieren gehen, sich unterhalten, einkaufen gehen, usw. – wobei diese Leistung von den Betroffenen natürlich bezahlt werden muss. Somit müssen die Senioren zahlen, um ihre Einsamkeit zu bekämpfen, ob das der richtige Weg ist, ist fraglich. Besser wäre es, wenn man hier die Nachbarschaft mobilisiert hätte, und die sich etwas Zeit für die Senioren in ihrer Umgebung nehmen würden. Denn die meisten Senioren leben von einer geringen Rente und können sich dann den Luxus einer Unterhaltung oder eines Spaziergangs nicht leisten. Der Ansatz ist sicherlich lobenswert, aber die Umsetzung ist noch nicht das Wahre.
Alles in allem war es ein sehr informativer Nachmittag, und die Besucher konnten viel Erfahren. Nach den Vorträgen holten sich viele Besucher noch an den Tischen der Referenten Infomaterial und führten persönliche Gespräche mit den Referenten.
Es ist jedem zu raten, sich so früh wie möglich, über die Wohnformen im Alter zu informieren und sich damit auseinanderzusetzen, was für Möglichkeiten einem geboten werden.
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