Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Barrierefrei im Alltag Blog für Juli, 2009.

Calendar
Juli 2009
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Archive für Juli 2009

Keine Ausweitung der stationären Pflege in Heimen

Druckversion
kobinet-nachrichten 28.07.2009 - 06:40
URL:
http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) Die Bundesinitiative Daheim statt Heim fordert, dass es keine Ausweitung der stationären Pflege in Heimen geben soll. Ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit mit ambulanter Pflege sei möglich und menschenwürdiger.

Einer gemeinsamen Studie der RWI Essen, ADMED GmbH sowie der HCB GmbH zufolge sei der Anteil der Pflege an allen Gesundheitsausgaben in der Zeit von 1997 bis 2007 von 8,6 Prozent auf 11 Prozent und die Zahl der Pflegebedürftigen von 2005 bis 2007 um 5,6 Prozent auf 2,25 Millionen Betroffene angestiegen. Für die Zukunft sehen die Verfasser der Studie einen Anstieg der Zahl stationärer Pflegefälle um 36 Prozent bis 2020 und die der neuen Pflegeplätze auf rund 300.000. Bis 2050 werde es nach Ansicht des Sachverständigenrates zur Entwicklung im Gesundheitswesen ca. 4,4 Millionen Pflegebedürftige geben. In einigen, vorwiegend den ostdeutschen Bundesländern, werden bis zu 90 Prozent der Menschen älter als 65 Jahre sein. Aus diesem Anstieg des Pflegebedarfs leiten die Auftraggeber der RWI-Studie ab, dass sich das Angebot an Pflegeheimplätzen dementsprechend erhöhen muss. Dieser Ansicht tritt die Bundesinitiative Daheim statt Heim entschieden entgegen. “Denn es kann nicht sein, dass zur Bewältigung der Alterung einer Gesellschaft mehr Pflegeheimplätze zur Verfügung gestellt werden, um den pflegebedürftigen Menschen gut zu versorgen, ihm aber gleichzeitig die ‘Teilhabe am gesellschaftlichen Leben’ komplett zu entziehen. Das ist nicht nur ökonomischer und sozialpolitischer Unsinn, sondern ist gemäß der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderung, zu denen pflegebedürftige Menschen gehören, menschenrechtswidrig”, heißt es in einer Presseinformation der Initiative.

“Die Mehrheit der Betroffenen möchte keine Pflege in einem Pflegeheim, sondern im gewohnten Umfeld durch Familienangehörige oder ambulante Pflegedienste. Angehörige und professionelle Pflegende dürfen nicht überfordert werden, deshalb sind entsprechende Vergütungen, die von der Bundesregierung auch zum Teil schon auf den Weg gebracht worden sind, notwendig. Ebenso notwendig sind ein Mindestlohn in der Pflege und vor allem eine leistungsangemessene Vergütung der Arbeit von Altenpflegern, Altenpflegehelfern und sonstigen in der Infrastruktur der Heime tätigem Personal”, fordert die Bundesinitiative Daheim statt Heim. moh 

Bei offenem Fenster geht nichts

Von (ps)  |  14.07.2009  | Netzcode: 1910727  | 

Weiden

Weiden. (ps) Mal ein Mittagsschläfchen halten oder nachmittags Fernsehschauen bei geöffnetem Fenster. “Völlig unmöglich”, sagt Karl L. (67), der mit seiner Frau im Michaelszentrum wohnt. “Morgens um 6 Uhr geht’s los”, schimpft sein Nachbar Herbert Voigt (72). “Da rattern die Lastwagen mit Anhänger vorbei und die Autos pfeifen einfach durch.” Und das, obwohl vor den Fenstern der beiden Herren Tempo 30 gilt.

Doch kaum ein Autofahrer hält sich daran, berichten die beiden Anlieger von ihren Erfahrungen. “Obwohl Zusatzschilder darauf hinweisen, dass hier Altenheime sind”, ärgert sich Karl L. Inzwischen habe die Stadt zwar einen Fußgängerüberweg eingerichtet. Doch selbst der würde viele Autofahrer nicht dazu bringen, dass sie auf die Bremse drücken.

“Ich hab’ mir zweimal gedacht, jetzt probier ich’s einfach und geh’ los. Zweimal haben die Autofahrer eine Vollbremsung hingelegt”, erzählt Herbert Voigt. Und Karl L. fügt hinzu: “Dabei wohnen hier viele ältere Frauen, die mit dem Rollator unterwegs sind. Aber die Autofahrer halten nicht, etliche fahren einfach vor oder hinter den Fußgängern vorbei.”

Gerade bei einer Einrichtung für betreutes Wohnen müsste auch das verkehrstechnische Umfeld mit einbezogen werden, meint der 67-Jährige. “Unsere Wohnungen sind ja wirklich schön.” Wenn nur die Lärmbelästigung und das Überqueren der Straße nicht so problematisch wären. Dabei haben die beiden Herren auch schon Polizeiautos entdeckt, die ihrer Meinung nach mit mehr als 30 Stundenkilometern am Michaelszentrum vorbeifuhren. “Die sollten doch eigentlich Vorbild sein.” “Wenn ich gewusst hätte, dass die Leimberger Straße Durchgangsstraße wird, hätte ich die Wohnung vermutlich nicht gekauft”, meint Karl L. inzwischen.

Was sich die Anwohner wünschen? “Verstärkte Kontrollen”, sagt Karl L. “Verkehrszeichen allein nützen nichts. Erst wenn’s den Leuten an den Geldbeutel geht, werden die Regeln eingehalten.” Und Herbert Voigt: “Gelbe Blinklichter für den Fußgängerüberweg. Die fallen vielleicht besser auf, als die Verkehrszeichen, die jetzt vor Bäumen stehen.”

Kommentar von  Uwe Barth am 15/07/09

Über diesen Artikel muss ich echt schmunzeln. Mein Lösungsvorschlag anstelle von Blinklichtern und Geldstrafen – einfach alle Autos aus den Städten verbannen, dann brauchen wir auch keine Zebrastreifen und haben unsere „Ruhe“. Aber dann findet man sicherlich irgendetwas anderes worüber man sich aufregen kann.

Ich bin selbst Bewohner des St. Michael-Zentrums und kann diesen Aussagen nicht zustimmen. Von einem erhöhten Lärmpegel habe ich nichts gemerkt, man wohnt halt in der Stadt und nicht in irgendeiner Einöde. Die Leimbergerstrasse ist nicht lauter, als andere Durchgangsstraßen in Weiden. Die Menschen aber sind intoleranter gegenüber ihrer Umwelt geworden. Als das Betreute Wohnen des St. Michael-Zentrums fertig gestellt wurde, war die Leimbergerstrasse bereits eine Durchgangsstraße. Und es ist doch mal klar, dass bei einer Wohnung an einer Straße mit einer gewissen „Lärmbelästigung“ zu rechnen ist.

Auch mit dem Überqueren der Fahrbahn hatte ich als Rollstuhlfahrer noch nie Probleme, auch als es noch keinen Zebrastreifen gab. Das Problem sind eher die Anwohner, die vor oder nach dem Zebrastreifen die Straße überqueren, schräg über die Straße laufen, weil ihnen die paar Meter zum Zebrastreifen zu weit sind, oder noch schnell ohne nach rechts und links zu schauen auf den Zebrastreifen springen, wenn das Auto schon fast draufsteht. Auch die Beschilderung ist gut erkennbar, denn wie das Foto zeigt und im Bericht zu lesen ist, ist das Verkehrsschild vor den Bäumen und somit gut sichtbar. Auch zeigt das Foto eine leere Leimbergerstrasse, nur mit parkenden Autos, wo ist da bitte ein erhöhtes Verkehrsaufkommen?

Ich denke mal hier übertreiben ein paar Anwohner gewaltig. Für uns ist und bleibt das St. Michael-Zentrum eine Stätte der Erholung und Ruhe für das Alter. Noch ruhiger ist es dann nur noch am Friedhof, wo wir alle mal landen werden.

Patientenverfügung - hier finden sie die aktuellen Formulare der Bayr. Justizverwaltung

Viel zu wenige Bürgerinnen und Bürger denken daran, Vorsorge für weniger gute Zeiten zu treffen – nämlich für den Fall, dass sie infolge eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder auch durch Nachlassen der geistigen Kräfte im Alter ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst wie gewohnt regeln können. Dabei ist in anderen Bereichen Vorsorge selbstverständlich – so bei der finanziellen Absicherung durch Vermögensbildung oder Versicherungen vielfältiger Art. Allerdings sollte sich jeder auch einmal die Frage stellen, wer im Ernstfall Entscheidungen für ihn treffen soll, wenn er selbst vorübergehend oder auf Dauer nicht mehr hierzu in der Lage ist, und wie seine Wünsche und Vorstellungen Beachtung finden können. 

Die Broschüre Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter  will dazu beitragen, im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger die Notwendigkeit einer Vorsorge für den rechtlichen Betreuungsfall stärker als bisher zu verankern. Sie soll gleichzeitig konkrete Vorschläge für denjenigen liefern, der sich zu einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung und möglichst auch zu einer hiermit kombinierten Patientenverfügung entschließt.

Sie können die Broschüre kostenlos als pdf-Dokument herunterladen und für den privaten Gebrauch ausdrucken.

http://www.verwaltung.bayern.de/Anlage1928142/VorsorgefuerUnfall,KrankheitundAlter.pdf

Broschüre, A4, 57 Seiten

Herausgeber: Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Verlag: C. H. Beck
Stand: Februar 2008

Zusatzinformationen: Diese Broschüre ist im Buchhandel unter der Buchnummer ISBN 978-3-406-57518-1 erhältlich.

Bei Abnahme von mindestens 50 Exemplaren beträgt der Kaufpreis 3,70 € pro Stück.

Bitte wenden Sie sie sich an Ihre Buchhandlung oder direkt an den
Verlag C. H. Beck, Wilhelmstraße 9, 80801 München,
Tel.: 089/38189750,
Fax: 089/38189-358 oder -135,
E-Mail: bestellung@beck.de.

Pflege-Noten: Bayerisches Gesülze

Pressemitteilung:

1. Juli 2009

Pflege-Noten: Bayerisches Gesülze

Heute tritt das neue Verfahren zur Prüfung der Pflege-Qualität in Heimen (sog. Schulnoten-System) in Kraft. Neben zahlreichen Selbsthilfe-Verbänden greift auch die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) das neue Verfahren scharf an. Dazu erklärt Elisabeth Scharfenberg MdB, Sprecherin für Pflegepolitik:

Frau Haderthauers Bild, das neue Prüfsystem sei eine einzige „Kompromiss-Sülze“, trifft zu. Wir möchten die bayerische Sozialministerin auf ihrem Weg der Selbsterkenntnis nicht bremsen. Denn sie selbst und ihre Partei haben mit der Pflegereform den Kessel für diese Sülze angeschürt.

Mit welchem Enthusiasmus sich die CSU in Bayern ein ums andere Mal von den Beschlüssen distanziert, die sie gemeinsam mit CDU und SPD in Berlin getroffen hat, ist eine bodenlose Heuchlerei.

Wir Grüne haben bei den Verhandlungen zur Pflegereform immer wieder gefordert, dass die Entwicklung des neuen Prüfverfahrens anders laufen muss. Weil das neue Prüfsystem für mehr Transparenz sorgen soll, hätte es in einem ebenso transparenten und unabhängigen Verfahren entwickelt werden müssen. Dagegen hat sich die große Koalition, also auch die CSU, verwehrt. Das Mindeste wäre es gewesen, die Organisationen und Verbände der Betroffenen, der Selbsthilfe und Verbraucher gleichberechtigt in die Entwicklung der neuen Prüfsystematik einzubinden. Immer wieder haben wir Grüne dies der großen Koalition, also auch der CSU, vorgeschlagen. Stattdessen haben CDU, SPD und CSU(!) diesen Organisationen lediglich ein Stellungnahmerecht zugestanden. Dass dies zu wenig war, zeigt sich nun eindrücklich.

________________________________

Elisabeth Scharfenberg, MdB
Bündnis 90/DIE GRÜNEN

|