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Barrierefreiheit in Arztpraxen muss sichergestellt werden

Berlin (kobinet) Mit einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung für Ärzte setzten sich die Berliner Ärztekammer und der Arbeitskreis “Barrierefreies Gesundheitswesen Berlin” dafür ein, sowohl bauliche, als auch kommunikative Barrieren für Menschen mit Behinderungen beim Arztbesuch abzubauen.

“Barrierefreiheit in Arztpraxen muss sichergestellt werden”, so lautet eine der Forderungen des “Berliner Papiers” zur besseren medizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen. Dieses “Berliner Papier” wurde als erfolgreicher Antrag des Vorstands der Ärztekammer Berlin im Mai 2009 auf dem 112. Deutschen Ärztetag in Mainz eingebracht. Mit der nun durchgeführten gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung für Ärzte wurde ein erster Schritt zum Abbau von Barrieren für Menschen mit Behinderungen beim Arztbesuch getan. Die Bundesärztekammer stellt fest, dass eine optimale medizinische Gesundheitsversorgung schwerbehinderter Menschen nicht gewährleistet ist. Bundesweit ist der Anteil an Arztpraxen und Ambulanzen mit barrierefreiem Zugang, sowie behindertengerechtem medizinischem Untersuchungsmobiliar und sanitären Einrichtungen verschwindend gering. Dieser Umstand schränkt nicht nur die freie Arztwahl vieler Menschen mit Behinderungen stark ein, sondern das Fehlen von barrierefreiem, verstellbarem Untersuchungsinventar erschwert zudem die medizinische Diagnostik, Behandlung und eine geeignete Vorsorge.

“Diese Situation kann so nicht weiter hingenommen werden”, erklärte Martin Marquard, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen und bestärkte damit seine Aussage mit den Worten “Jeder Mensch in Deutschland - ob mit oder ohne Behinderung - hat Anspruch auf eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung.” Dies gilt insbesondere seit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Dezember 2008. Die Veranstaltung wurde mit großem Interesse aufgenommen. Dennoch hätte der Arbeitskreis sich eine größere Resonanz aus der Berliner Ärzteschaft gewünscht. Es entwickelte sich eine intensive Diskussion, bei der deutlich wurde, dass es nicht ausschließlich um die schwer aufzubringenden Kosten der Realisierung von Barrierefreiheit gehen kann. Vielmehr sollte allen Beteiligten deutlich sein, dass es darum geht, die gesundheitliche Versorgung dem berechtigten Bedarf behinderter Patienten anzupassen, um der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der gesundheitlichen Versorgung gerecht zu werden, schreibt Eillen Moritz vom Arbeitskreis “Barrierefreies Gesundheitswesen Berlin” in einem Bericht über die Veranstaltung. Dabei galt es zu vermitteln, dass Patienten mit einer Behinderung, wie alle anderen Patienten auch, während eines Arztbesuchs ein Höchstmaß an Intimität, Würde und Eigenständigkeit beibehalten wollen. Dazu gehören die freie Arztwahl, eine uneingeschränkte Mobilität, das vertrauensvolle Gespräch mit dem Arzt und das Gefühl, als mündiger Patient ernst genommen zu werden. moh 

kobinet-nachrichten 11.09.2009 - 06:29
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org  

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