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Archive für 30.11.2009
Leben mit Hartz IV
30.11.2009 von Barrierefrei im Alltag (Uwe Barth, Michaela Barth).
Hartz IV ist die Grundsicherungsleistung für nicht arbeitende Erwerbsfähige. Hartz IV ist die Bezeichnung für das „Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“. Mit diesem Gesetz wurde ab Januar 2005 die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe zusammengelegt. Jetzt gibt es Arbeitslosengeld II für Arbeitslose und Sozialgeld für Angehörige von Arbeitslosen. Jeder, der arbeitslos und bedürftig ist, bekommt nur noch Leistungen, die so hoch sind wie die Sozialhilfe. Egal, was jemand gelernt hat und wie viel er oder sie vorher verdient hat. Der Regelsatz, der den Empfängern zur Verfügung steht, beträgt 345 Euro. Zusätzlich bekommt man für die Wohnung die Miet- und Mietnebenkosten bezahlt – allerdings nur bis zu einer gewissen Größe der Wohnung.
Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Zur Zeit gibt es in Deutschland rund vier Millionen Arbeitslose. Arbeitslosigkeit ist ein Massenphänomen geworden. Das heißt: Der Grund dafür liegt in den meisten Fällen nicht im Verhalten der Betroffenen, sondern im strukturell bedingten Fehlen von Arbeitsplätzen. Wichtigste Ursache der Arbeitslosigkeit ist der Trend zum Stellenabbau der Unternehmen aufgrund von mangelndem Wirtschaftswachstum, Überproduktivität, Fusion, Outsourcing und/oder Gewinnmaximierung. Hinzu kommen Schicksalsschläge wie Krankheit, Invalidität, Mutterschaft u. ä. Freilich gibt es auch das Phänomen der Arbeitsunwilligkeit. Weit verbreitet ist die Unterqualifikation, aber auch die Überqualifikation.
Über den Empfänger von Hartz IV lässt sich sagen, dass er oder sie:
· nicht verhungern muss
· nicht verwahrlosen muss
· meist mit dem Fahrrad seine Erledigungen machen muss
· per Telefon, PC und Internet kommunizieren und sich ausreichend informieren kann
Allerdings muss er/sie äußerst bescheiden und anspruchslos leben, mit jedem Cent rechnen, sich rational und rationell verhalten und lernen zu verzichten. Mit 345 Euro kann er sich regelmäßig seine Grundnahrungsmittel im Discounter kaufen. Dass er aber dennoch arm ist zeigt sich an den Dingen, für die er in der Regel jedoch kein Geld hat:
· Kino, Theater und Sportveranstaltungen
· Einladungen und Bewirtung von Gästen, Freunden, Verwandten
· Restaurantbesuche
· Möbel und anderer Hausrat (Neuanschaffung) wie Waschmaschine, Sitzgarnitur etc.
· Kleidung, Schuhe etc.
· Kleine Geschenke zu Geburtstagen, Weihnachten etc.
· PKW (Anschaffung oder Unterhalt)
· Reinigung
· Urlaub und Reisen
· Reparatur für Schuhe, Kleidung, Haushalt
· Tageszeitung
· Vereinsbeiträge
· Rücklagen für spätere Anschaffungen
Die oben genannten Kosten würden sich auf über 400 Euro belaufen, also mehr als die 345 Euro Grundsicherungsleistung nach Hartz IV.
www.armut.de
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