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Archiv der Kategorie Zum Nachdenken

Wie bitte? Behindertenparkplatz?

Frankfurt a.M. (CeBeeF) Wer kennt sie nicht, die verständnisvollen Zeitgenossen, die doch nur “mal eben ganz kurz” und “nur für fünf Minuten” ihr Auto auf dem Behindertenparkplatz abstellen? Einer nach dem anderen. Die meisten Autoanarchos halten das für ein Kavaliersdelikt. Für viele behinderte Menschen bedeutet es jedoch, von einem weiter entferntern Parkplatz das Fahrtziel mit dem Rolli oder mit den Krücken nicht erreichen zu können. Parkplatz ist hierzulande leider Kampfplatz.Ein amüsantes YouTube-Video zeigt, wie Re­por­ter Theo West “Be­hin­der­ten” hilft, die auf einem Be­hin­der­ten­park­platz par­ken. Ein origineller Aktionstipp.

Leben mit Hartz IV

Hartz IV ist die Grundsicherungsleistung für nicht arbeitende Erwerbsfähige. Hartz IV ist die Bezeichnung für das „Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“. Mit diesem Gesetz wurde ab Januar 2005 die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe zusammengelegt. Jetzt gibt es Arbeitslosengeld II für Arbeitslose und Sozialgeld für Angehörige von Arbeitslosen. Jeder, der arbeitslos und bedürftig ist, bekommt nur noch Leistungen, die so hoch sind wie die Sozialhilfe. Egal, was jemand gelernt hat und wie viel er oder sie vorher verdient hat. Der Regelsatz, der den Empfängern zur Verfügung steht, beträgt 345 Euro. Zusätzlich bekommt man für die Wohnung die Miet- und Mietnebenkosten bezahlt – allerdings nur bis zu einer gewissen Größe der Wohnung.

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Zur Zeit gibt es in Deutschland rund vier Millionen Arbeitslose. Arbeitslosigkeit ist ein Massenphänomen geworden. Das heißt: Der Grund dafür liegt in den meisten Fällen nicht im Verhalten der Betroffenen, sondern im strukturell bedingten Fehlen von Arbeitsplätzen. Wichtigste Ursache der Arbeitslosigkeit ist der Trend zum Stellenabbau der Unternehmen aufgrund von mangelndem Wirtschaftswachstum, Überproduktivität, Fusion, Outsourcing und/oder Gewinnmaximierung. Hinzu kommen Schicksalsschläge wie Krankheit, Invalidität, Mutterschaft u. ä. Freilich gibt es auch das Phänomen der Arbeitsunwilligkeit. Weit verbreitet ist die Unterqualifikation, aber auch die Überqualifikation.

Über den Empfänger von Hartz IV lässt sich sagen, dass er oder sie:

·         nicht verhungern muss

·         nicht verwahrlosen muss

·         meist mit dem Fahrrad seine Erledigungen machen muss

·         per Telefon, PC und Internet kommunizieren und sich ausreichend informieren kann

Allerdings muss er/sie äußerst bescheiden und anspruchslos leben, mit jedem Cent rechnen, sich rational und rationell verhalten und lernen zu verzichten. Mit 345 Euro kann er sich regelmäßig seine Grundnahrungsmittel im Discounter kaufen. Dass er aber dennoch arm ist zeigt sich an den Dingen, für die er in der Regel jedoch kein Geld hat:

·         Kino, Theater und Sportveranstaltungen

·         Einladungen und Bewirtung von Gästen, Freunden, Verwandten

·         Restaurantbesuche

·         Möbel und anderer Hausrat (Neuanschaffung) wie Waschmaschine, Sitzgarnitur etc.

·         Kleidung, Schuhe etc.

·         Kleine Geschenke zu Geburtstagen, Weihnachten etc.

·         PKW (Anschaffung oder Unterhalt)

·         Reinigung

·         Urlaub und Reisen

·         Reparatur für Schuhe, Kleidung, Haushalt

·         Tageszeitung

·         Vereinsbeiträge

·         Rücklagen für spätere Anschaffungen

Die oben genannten Kosten würden sich auf über 400 Euro belaufen, also mehr als die 345 Euro Grundsicherungsleistung nach Hartz IV.

www.armut.de

Freifahrten im ÖPNV Baden-Württemberg auf der Streichliste

http://www.kobinet-nachrichten.org

Stuttgart (kobinet) Wie die SPD-Landtagsfraktion bekannt gibt, plant die Landesregierung Baden-Württembergs die Landeszuschüsse an die Verkehrsbetriebe für die Beförderung behinderter Menschen (allein im “Ländle” 30 Millionen Euro) einzusparen. Über eine Bundesratsinitiative soll dies auf das ganze Bundesgebiet ausgedehnt werden. gba Ein Kommentar von kobinet-Redakteur Gerhard BartzIm Musterländle, dessen scheidender Ministerpräsident, aber auch sein designierter Nachfolger lautstark die FDP-Pläne nach Steuersenkungen gegen Volkes Meinung den Rücken stärken, macht man sich bereits Gedanken, wie diese finanziert werden können. Nach alter Manier geht man wieder daran, Leistungen für behinderte Menschen auf den Prüfstand zu stellen. Aber so einfach ist das nicht mehr. Wie wäre es, wenn die Herren dort mal den Artikel 20 der UN-Konvention lesen würden: Dort steht geschrieben: ” Die Vertragsstaaten treffen wirksame Maßnahmen, um für Menschen mit Behinderungen persönliche Mobilität mit größtmöglicher Selbstbestimmung sicherzustellen, indem sie unter anderem a) die persönliche Mobilität von Menschen mit Behinderungen in der Art und Weise und zum Zeitpunkt ihrer Wahl und zu erschwinglichen Kosten fördern. (..) (Schattenübersetzung des Netzwerkes Artikel 3). Die Landesregierung Baden-Württembergs hat im Bundesrat der Konvention zugestimmt und kann sich schon nicht mehr daran erinnern?

Während alle Welt sich Gedanken darüber macht, wie man diese Konvention am besten in die Praxis umsetzt, versucht Ministerpräsident Oettinger die Uhr rückwärts zu drehen. Gleichzeitig verteidigt man das Steuergeschenk an die Hotelbetriebe in Deutschland, das aus scheinbar heiterem Himmel gefallen kam.
Grob überschlägig sind die 30 Millionen der Betrag, der den baden-württembergischen Hoteliers diese Woche aus dem Stand heraus und im allgemeinen Unverständnis als Mehrwertsteuersatz-Senkung geschenkt wurde. Eine Hotelübernachtung kostet nun statt 19 % nur noch 7 % MwSt.

Die Frage, warum die Mehrwertsteuer auf Medikamente nicht auf 7 % gesenkt wird, erklärt das Bundesfinanzministerium auf seinen Internetseiten übrigens wie folgt (Auszug): ” Für 75 Prozent der Waren des täglichen Bedarfs gilt in Deutschland ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent - vom Grundnahrungsmittel bis zu orthopädischem Gerät. Davon profitieren vor allem die Menschen mit niedrigem Einkommen. Diese verminderten Mehrwertsteuersätze in Deutschland auszuweiten, lehnt die Bundesregierung ab. Denn: Ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz, zum Beispiel auf alle Arzneimittel, schlägt sich nicht zwangsläufig in Preissenkungen nieder. Es ist zweifelhaft, ob Sie wirklich davon profitieren würden. Außerdem ist die Mehrwertsteuer die wichtigste Einnahmequelle des Staates. Mit der Ausdehnung ermäßigter Mehrwertsteuersätze würden wichtige Steuereinnahmen verloren gehen, die der Staat derzeit dringend braucht - um Arbeitsplätze zu sichern und die Wirtschaft zu stärken.”Also will man sich das dringend gebrauchte Geld dadurch wieder beschaffen, dass man bei den behinderten Bürgerinnen und Bürgern spart. Falls da nicht der Bundesrat einen Riegel vorschiebt, verstehe ich die Welt nicht mehr.  Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Marcel W. schrieb am 12.11.2009, 14:40

Freifahrt ist für uns sehr unverzichtbar!

Wir, Gehörlose, sind besonderes auf Freifahrt angewiesen. Gehörlose stellen eine sprachliche Minderheit in der Bevölkerung da. Sie haben wenige Kontaktmöglichkeiten, da sie häufig weit voneinander entfernt wohnen. Als Gehörlose sind sie auf die Gebärdensprache als Kommunikationsmittel angewiesen. Die Welt, in der wir leben, ist eine hörende Welt. Ohne Freifahrt bedeutet für uns Isolation, sozialer Isolation, Abgeschiedenheit, Rückzug, Vereinsamung, und die seelischen und körperlichen Folgen daraus, genau das möchte ich schon als Beschwerden klarstellen.Ganz sicher werden auch anderen Behindertengruppen auf Freifahrt dringend angewiesen, um genauso ähnliche Zustände wie bei uns zu vermeiden. S. Stern schrieb am 12.11.2009, 12:01

Nachtrag zu meinem Leserbrief

Adel … ähm, Eckel verpflichtet!
Und auch hier zum Nachlesen: jungle-world.com/artikel/2009/46/39740.html .
Gruß,

S. Stern S. Stern schrieb am 12.11.2009, 10:42

Deshalb also (noch) kein Beauftragter für die Bela

Deshalb also (noch) kein Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung und / oder chronischer Erkrankung, um Sozialabbau gaanz locker durchsetzen zu können, zum Wohle der ganz “Edlen” (Eckligen).
Darauf ein Weizen und ein Korn, Herr Öttinger und andere dergleichen aus’m Ländle und anderswo!
S. Stern

Pflege: Schwarz-Gelb will ungerechte Kopfpauschale einführen

Nach aktuellen Medienberichten plant die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung, die solidarische Finanzierung der Pflegeversicherung umzustellen auf eine Finanzierung durch Pauschalbeträge. Dazu erklärt Elisabeth Scharfenberg, bayerische Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Pflegepolitik:

Schwarz-Gelb macht ein Ende mit der Solidarität in der Pflege. Die Kanzlerin persönlich hat die Katze aus dem Sack gelassen. Sie lässt verlauten, die neue Bundesregierung wolle die Pflegeversicherung schrittweise auf einen Pauschalbetrag umstellen. Das heißt: Keine einkommensbezogenen Beiträge mehr, sondern eine ungerechte Kopfpauschale. Künftig soll die Friseurin das Gleiche zahlen wie Josef
Ackermann oder Ministerpräsident Seehofer. Das benachteiligt Einkommensschwache massiv und entlastet die Starken. Das ist ungerecht!

CDU/CSU und FDP zeigen endlich ihr wahres Gesicht. Sie betreiben reine Klientelpolitik: Das Ganze nutzt nämlich vor allem den Arbeitgebern, die sich nicht mehr an den Versicherungskosten beteiligen müssen, der Versicherungsindustrie, die die Zusatzversicherungen verkaufen können, und den Starken dieser Gesellschaft, die sich künftig der Solidarität mit den Schwachen entziehen.

Wir Grüne bleiben dabei: Schwarz-Gelb sollte sich lieber Gedanken machen über eine vernünftige Reform des Solidarsystems. Wir brauchen eine solidarische Bürgerversicherung für alle Bürgerinnen und Bürger und unter Einbeziehung aller Einkommensarten. Das ist sozial gerecht und schafft neue finanzielle Spielräume. Zur Abfederung der Kosten des demografischen Wandels wollen wir eine solidarische Demografiereserve. Im bestehenden Solidarsystem wird damit eine finanzielle Rücklage geschaffen, aus der die steigenden Kosten der Zukunft bezahlt werden können. Das ist sozial gerecht und gerecht gegenüber den kommenden Generationen.

Britin tötet sich nach jahrelangen Gang-Schikanen

Nach jahrelangen Schikanen durch eine Gruppe Jugendlicher hat eine verzweifelte Frau in Großbritannien sich und ihre behinderte Tochter umgebracht.

Fiona Pilkington verbrannte gemeinsam mit ihrer 18-jährigen Tochter in ihrem Auto, nachdem wiederholte Anrufe bei Polizei und Behörden ohne Folgen blieben, wie eine Untersuchung des Todesfalls ergab. Ein Untersuchungsausschuss kam zu dem Schluss, dass die Untätigkeit der Polizei mit dazu beigetragen habe, dass die Frau aus Bullwell in Mittelengland schließlich Selbstmord verübte und ihre Tochter mit in den Tod nahm.

Den Ermittlungen zufolge wurde die alleinerziehende Mutter mit ihrer geistig behinderten Tochter und ihrem Sohn über Jahre hinweg von einer Gruppe Jugendlicher drangsaliert, die ihr Haus mit Steinen, Eiern und Mehl bewarfen und dagegen urinierten. Die Tochter sei von den Jugendlichen regelmäßig mit Schmähungen beleidigt worden. Der Sohn wurde von den Angreifern mit einer Eisenstange verprügelt, ohne dass die Behörden dem Fall nachgingen.

Die Familie habe in ihrem eigenen Haus regelrecht “unter Belagerung” gelebt, beschrieb die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses. Pilkington, die sich rund um die Uhr um ihre Kinder kümmerte, habe sich einen Umzug in ein anderes Viertel nicht leisten können und durch die Schikane an Depressionen und Schlaflosigkeit gelitten. Über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg habe Pilkington in 33 Anrufen bei der Polizei um Hilfe gegen die gewalttätige Jugendgang gebeten. Den Anrufen sei bei der Polizei “keine Priorität eingeräumt worden”, sagte die Chefin des Untersuchungsausschusses. Zudem hätten die örtlichen Behörden und die Polizei ihre Informationen zu dem Fall nicht ausgetauscht.

Polizeichef Chris Eyre entschuldigte sich bei der Familie der Toten. Innenminister Alan Johnson beschrieb den Fall als “schockierend und extrem verstörend”. Polizei und Behörden müssten “harte Lehren” daraus ziehen.

© AFP

Sankt-Josefs-Stift erneut in den Schlagzeilen

kobinet-nachrichten 24.09.2009 - 14:56
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Eisingen (kobinet) Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, ist die Staatsanwaltschaft ermittelnd tätig. Es besteht der Verdacht, dass eine Frau in der Behindertenanstalt für Filmaufnahmen gepeinigt wurde. Die Heimleiterin der Anstalt wurde zwischenzeitlich entlassen, berichtet der Bayerische Rundfunk.Der Leiter des Sankt-Josefs-Stift Eisingen hatte bereits im Mai erste Infos erhalten, zwei Monate später (!) bekam er den halbstündigen Film zu sehen, auf dem die Heimleiterin auf einer am Boden liegenden Bewohnerin des Heimes sitzt und mit verschiedenen Griffen zur Ruhe bringen will. Dabei ist erkennbar, dass das Opfer keinerlei Aggressionen zeigt und auch keine Filmaufnahmen wünscht. Es wird vermutet, dass der Film als Lehrfilm für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gedreht wurde. Die kameraführende Mitarbeiterin wurde lediglich in einen anderen Bereich versetzt. Der Film entstand vermutlich schon vor zwei Jahren. Wie viel Heimangestellte diesen Film zwischenzeitlich gesehen haben, ist nicht bekannt. Die Heimaufsicht des Landratsamts Würzburg hatte bei einer Heimbegehung im Juli dieses Jahres keine Mängel festgestellt. Hierzu die stellvertretende ForseA-Vorsitzende Dr. Corina Zolle: “Das alte Lied: Kostenträger kontrollieren die Leistungserbringer. Das kann nicht gut gehen, vermutlich hat sich dem Spargedanken des Kostenträgers alles, was man übersehen kann, unterzuordnen. Und da nach Ansicht mancher Kostenträger Aussonderungseinrichtungen dieser Größenordung (ca. 400 Insassen) für alle behinderten Menschen zumutbar sein sollen, darf man vermutlich nicht allzu zimperlich an die Kontrollen herangehen.”

Bereits vor zehn Jahren stand diese Anstalt in der Kritik. Damals wurden Insassen Humangenetikern für fremdnützige Forschungen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden Bewohner körperlich gezüchtigt und gedemütigt. Trotz Versuche der der damaligen Stiftsleitung, die Übergriffe zu vertuschen, kamen diese ans Licht und die Staatsanwaltschaft ermittelte. gba

Der neue Sankt-Josefs-Stift-Skandal in den Medien (Auswahl)

Bericht des Bayerischen Rundfunks
Video des Senders TV-Touring
Artikel der Süddeutschen Zeitung
Artikel der Würzburger Main-Post 

Rollstuhlfahrer in Sauna unerwünscht

kobinet-nachrichten 03.09.2009 - 06:15
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Rollstuhlfahrer in Sauna unerwünscht

Röhrnbach (kobinet) Wolf-Dieter Flakowski wollte eigentlich nichts anderes als viele andere Menschen auch: einmal einen Wellness-Urlaub verbringen. Nach einem Tag gab dem Rollstuhlfahrer das Hotel “Jagdhof” in Röhrnbach im Bayerischen Wald jedoch zu verstehen, dass dort Behinderte in der Sauna nicht erwünscht seien nachdem sich Gäste über dessen Anwesenheit beschwert hatten.

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge hatten sich Gäste beschwert. Der Chef des Familienhotels, Josef Ritzinger, bestätigte der SZ, das Paar nach einem Saunabesuch angesprochen zu haben. “Ich muss Interessenvermittler aller Gäste sein, da kommt es leider mitunter zu Konflikten”, wird er in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Zwei Paare hätten sich beschwert, die Sauna nicht mehr besuchen zu wollen, wenn der Rollstuhlfahrer weiter Zugang habe. Sein Anblick deprimiere andere Gäste, berichtet der Hotelchef. Und sagt auch: “Ich an seiner Stelle würde anderen den Anblick dieses schlimmen Schicksals nicht zumuten wollen.”

Der Urlaub des 66 Jahre alten Wolf-Dieter Flakowski aus Fürstenfeldbruck endete damit unerwartet schon nach einem Tag. Noch nie in seinem Leben sei sie so beleidigend und entwürdigend behandelt worden, beschreibt Elisabeth Zeller, die Wolf-Dieter Flakowski begleitete, diesen Vorfall.

“Die Vorkommnisse im Hotel “Jagdhof” im Bayerischen Wald zeigen mal wieder deutlich, mit welch offenen Diskriminierungen behinderte Menschen tagtäglich zu kämpfen haben. Sowohl das Hotelmanagement als auch der Landkreis verhalten sich unsäglich. Barrierefreiheit ist nicht nur baulicher Natur. Sie beginnt in den Köpfen. Ich verlange Wiedergutmachung vom Hotelmanagement sowie eine klare Positionierung des Landkreises zur Antidiskriminierung”, erklärte der behindertenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Markus Kurth, nach Bekanntwerden des Vorfalls. Vonseiten des Landkreises Freyung-Grafenau sei nach dem Vorfall keinerlei Kritik gekommen und auch die Behindertenbeauftragte des Landkreises wollte der Süddeutschen Zeitung gegenüber nichts sagen. moh 

Leserbriefe siehe hier: http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,21838/ticket,g_a_s_t

INTERNETSURFEN FÖRDERT DIE GEHIRNLEISTUNG

Los Angeles (pte) -

Der Gebrauch des Internets wirkt sich positiv auf das Leistungsvermögen des Gehirns der Nutzer aus. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen US-Forscher der University of California in Los Angeles (UCLA) http://www.ucla.edu . Vor allem bei älteren Menschen hätten verschiedene Tests positive Effekte der Webnutzung bestätigt. So würde durch das Surfen im Netz insbesondere dem ab einem gewissen Alter auftretenden verringerten Leistungsvermögen des Gehirns entgegengewirkt. Dies kann etwa zu einem schlechteren Gedächtnis und einer langsameren Verarbeitungsgeschwindigkeit führen. Die Suche im Internet sei in dieser Hinsicht ein äußerst geeignetes Training, um derartigen Alterserscheinungen vorzubeugen, schreiben die Wissenschaftler im Rahmen der Vorstellung ihrer Untersuchungsergebnisse in der aktuellen Ausgabe des “American Journal of Geriatric Psychiatry” http://ajgponline.org .

Unsere Studie bestätigt, dass die Internettechnologie durchaus auch positive Effekte auf die menschliche Gesundheit haben kann. Sie hilft etwa dabei, unsere Gehirne aktiv zu halten”, zitiert CNN den UCLA-Professor und verantwortlichen Studienleiter Gary Small. Die zu Tage geförderten Ergebnisse seien vor allem für Menschen mittleren und hohen Alters ermutigend. Diese könnten das Surfen im Web als Trainingsmethode einsetzen, um einer späteren Reduktion des Leistungsvermögens des eigenen Gehirns rechtzeitig vorzubeugen. “Im Internet nach Informationen zu suchen, ist für das Gehirn ein komplexer Entscheidungsprozess, der seine Funktionen deutlich verbessert”, stellt Small fest. Hierbei würden Hirnregionen aktiviert, die selbst beim Lesen unbeteiligt bleiben.

“Es ist prinzipiell so, dass manche Tätigkeiten das Gehirn mehr fordern als andere. Das Surfen im Internet ist sicherlich etwas, das in dieser Hinsicht einige Herausforderungen für die Nutzer bereithält”, betont Alexander Maye, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Neurophysiologie und Pathophysiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf http://www.uke.de/neurophysiologie , im Gespräch mit pressetext. So erfordere die Webnutzung beispielsweise ein Mindestmaß an Orientierung und eine schnelle Auffassungsgabe. “Einen Zusammenhang zwischen dem Internetsurfen und einer gesteigerten Hirnaktivität halte ich deshalb für plausibel”, meint Maye. Auch eigene Forschungsergebnisse des Instituts seien mit den Ergebnissen der kalifornischen Wissenschaftler kompatibel.

Die Resultate der UCLA-Studie müssten aber auch mit Vorsicht genossen werden. “Die Menschen müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Beschäftigung mit dem Internet alleine sicherlich nicht ausreicht, um etwaigen Leistungsverlusten des Gehirns im Alter vorzubeugen”, stellt Maye klar. Mindestens ebenso wichtig für das Training der eigenen Gehirn-Fitness seien soziale Tätigkeiten. “Das menschliche Gehirn reagiert auf Reize aus der Umwelt. Der soziale Kontakt zu anderen Menschen, wie er etwa durch ein Gespräch zustande kommt, ist in diesem Zusammenhang meiner Ansicht nach durch nichts zu ersetzen”, so Maye abschließend.

Ressort: Senioren | 21.10.08 von chl | Permalink:  http://www.handicap-netzwerk.de/content/detail.php?subaction=showfull&id=1224560641&archive=&ucat=6  

BESCHÄMEND WIE IN EUROPA UND USA MIT LEBENSMITTELN UMGEGANGEN WIRD

Hagen, im August 2009

Wärend andere Menschen aus Armut hungern müssen, schmeissen zahlreiche Supermarktketten Europa´s z.B. ihre Lebensmittel die das Mindeshaltbarkeitsdatum überschritten haben aber trotzdem noch verzehrt werden können in den Müll.

So werden u.a. ca. 30 Prozent der verkauften Kartoffeln in England in den Abfall geworfen und zwischen 40 und 60 Prozent aller beireits gefangenen und getöteten  Fischsorten wieder dem Meer zurück geführt. So hat jetzt die Marktforschungsgruppe Biffa festgestellt, das jährlich 484 Mio. Joghurts und Insgesammt 135.000 Tonnen Lebensmittel auf Deponien landen.

Das erschreckende am ganzen ist, das der gösste Teil der Lebensmittel aus dem Grunde vernichtet werden, weil sie nicht dem ” guten Aussehen ” oder der Grösse entsprechen. Aus diesem Grunde werden auch die hälfte aller Früchte und Gemüsesorten vernichtet.

Das traurige am Ganzen ist, das mit den Lebensmitteln die hier arglos weggeworfen werden hungernde Menschen sieben mal ernärt werden könnten.

Denn die Lebensmittelindustrie ist angesichts der Globalen Marktwirtschaft in der Tat daran interessiert Überschussprodukte her zu stellen, um einen Recht hohen Gewinn zu erziehlen. Aus diesem Grunde wird der Ware ein Mindeshaltbarkeitsdatum ( MHD ) aufgedruckt. Von etwa 1 Mrd. hungernden Menschen sterben allein ca.24.000 Kinder Täglich ( lt. Angaben des Welternärungsprogramms der der Vereinten Nationen ) an Hunger, dieser indirekten Vernichtung von Menschenleben ist dem Kapitalismus unserer Gesellschaft und der Macht der Konzerne zuzuweisen. Denn jedes weggeworfene Lebensmittel wurde beits verkauft, d.h. man hat es im Preis der wirklich verkauften Ware bereits mit einkalkuliert.

Das Hunger und Angst auf Bangen der Existens und des Überlebens auch Krankt macht und somit auch chronische Erkrankungen ( Behinderungen ) entstehen scheint niemand zu kümmern.

Heisst es doch immer wieder Geld vor Mensch, oder künftig philleicht auch ” kein Essen für Menschen die nicht´s leisten oder gar arbeiten ” ? Jedenfalls scheint es so, das sich mit Ausbreitung der Profitgesellschaft immer mehr Armut entsteht um die Arme Gesellschaft auszurotten.

Oh je, hat Deutschland beispielsweise aus der Geschichte denn nicht gelernt ????   > dhe <
 

Permalink: http://www.handicap-netzwerk.de/content/detail.php?subaction=showfull&id=1250204482&archive=&ucat=1

Bei offenem Fenster geht nichts

Von (ps)  |  14.07.2009  | Netzcode: 1910727  | 

Weiden

Weiden. (ps) Mal ein Mittagsschläfchen halten oder nachmittags Fernsehschauen bei geöffnetem Fenster. “Völlig unmöglich”, sagt Karl L. (67), der mit seiner Frau im Michaelszentrum wohnt. “Morgens um 6 Uhr geht’s los”, schimpft sein Nachbar Herbert Voigt (72). “Da rattern die Lastwagen mit Anhänger vorbei und die Autos pfeifen einfach durch.” Und das, obwohl vor den Fenstern der beiden Herren Tempo 30 gilt.

Doch kaum ein Autofahrer hält sich daran, berichten die beiden Anlieger von ihren Erfahrungen. “Obwohl Zusatzschilder darauf hinweisen, dass hier Altenheime sind”, ärgert sich Karl L. Inzwischen habe die Stadt zwar einen Fußgängerüberweg eingerichtet. Doch selbst der würde viele Autofahrer nicht dazu bringen, dass sie auf die Bremse drücken.

“Ich hab’ mir zweimal gedacht, jetzt probier ich’s einfach und geh’ los. Zweimal haben die Autofahrer eine Vollbremsung hingelegt”, erzählt Herbert Voigt. Und Karl L. fügt hinzu: “Dabei wohnen hier viele ältere Frauen, die mit dem Rollator unterwegs sind. Aber die Autofahrer halten nicht, etliche fahren einfach vor oder hinter den Fußgängern vorbei.”

Gerade bei einer Einrichtung für betreutes Wohnen müsste auch das verkehrstechnische Umfeld mit einbezogen werden, meint der 67-Jährige. “Unsere Wohnungen sind ja wirklich schön.” Wenn nur die Lärmbelästigung und das Überqueren der Straße nicht so problematisch wären. Dabei haben die beiden Herren auch schon Polizeiautos entdeckt, die ihrer Meinung nach mit mehr als 30 Stundenkilometern am Michaelszentrum vorbeifuhren. “Die sollten doch eigentlich Vorbild sein.” “Wenn ich gewusst hätte, dass die Leimberger Straße Durchgangsstraße wird, hätte ich die Wohnung vermutlich nicht gekauft”, meint Karl L. inzwischen.

Was sich die Anwohner wünschen? “Verstärkte Kontrollen”, sagt Karl L. “Verkehrszeichen allein nützen nichts. Erst wenn’s den Leuten an den Geldbeutel geht, werden die Regeln eingehalten.” Und Herbert Voigt: “Gelbe Blinklichter für den Fußgängerüberweg. Die fallen vielleicht besser auf, als die Verkehrszeichen, die jetzt vor Bäumen stehen.”

Kommentar von  Uwe Barth am 15/07/09

Über diesen Artikel muss ich echt schmunzeln. Mein Lösungsvorschlag anstelle von Blinklichtern und Geldstrafen – einfach alle Autos aus den Städten verbannen, dann brauchen wir auch keine Zebrastreifen und haben unsere „Ruhe“. Aber dann findet man sicherlich irgendetwas anderes worüber man sich aufregen kann.

Ich bin selbst Bewohner des St. Michael-Zentrums und kann diesen Aussagen nicht zustimmen. Von einem erhöhten Lärmpegel habe ich nichts gemerkt, man wohnt halt in der Stadt und nicht in irgendeiner Einöde. Die Leimbergerstrasse ist nicht lauter, als andere Durchgangsstraßen in Weiden. Die Menschen aber sind intoleranter gegenüber ihrer Umwelt geworden. Als das Betreute Wohnen des St. Michael-Zentrums fertig gestellt wurde, war die Leimbergerstrasse bereits eine Durchgangsstraße. Und es ist doch mal klar, dass bei einer Wohnung an einer Straße mit einer gewissen „Lärmbelästigung“ zu rechnen ist.

Auch mit dem Überqueren der Fahrbahn hatte ich als Rollstuhlfahrer noch nie Probleme, auch als es noch keinen Zebrastreifen gab. Das Problem sind eher die Anwohner, die vor oder nach dem Zebrastreifen die Straße überqueren, schräg über die Straße laufen, weil ihnen die paar Meter zum Zebrastreifen zu weit sind, oder noch schnell ohne nach rechts und links zu schauen auf den Zebrastreifen springen, wenn das Auto schon fast draufsteht. Auch die Beschilderung ist gut erkennbar, denn wie das Foto zeigt und im Bericht zu lesen ist, ist das Verkehrsschild vor den Bäumen und somit gut sichtbar. Auch zeigt das Foto eine leere Leimbergerstrasse, nur mit parkenden Autos, wo ist da bitte ein erhöhtes Verkehrsaufkommen?

Ich denke mal hier übertreiben ein paar Anwohner gewaltig. Für uns ist und bleibt das St. Michael-Zentrum eine Stätte der Erholung und Ruhe für das Alter. Noch ruhiger ist es dann nur noch am Friedhof, wo wir alle mal landen werden.